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Mettmann: Martinsumzüge in Metzkausen und in Innenstadt 2020 abgesagt

Aus Sorge um die Teilnehmer : Metzkausen sagt Martinszüge ab

„Wir haben lange gehadert“, sagt Vanessa Witte vom „Verein Martinszug Metzkausen“. „Es ist unheimlich schade, aber wir haben die Fürsorge den Bürgern und Kindern gegenüber. Als Ehrenamtler können wir die Verantwortung nicht übernehmen.“ Abstandsregeln können unmöglich eingehalten werden, deshalb fallen die St. Martinszüge in der Innenstadt und in Metzkausen 2020 aus.

Es ist ein trauriger Anlass, der Christoph Schulze und Dirk Klotzky vom „Verein der Freunde des Martinszugs“ sowie Vanessa Witte, Vorsitzende, und Desiree Bruver-Leske, stellvertretende Vorsitzende vom Verein Martinszug Metzkausen zusammengeführt hat. Die Verantwortlichen der beiden Vereine haben es sich nicht leicht gemacht, aber schließlich stand die Entscheidung fest, in diesem Jahr die Martinszüge in Metzkausen und der Mettmanner Innenstadt abzusagen.

„Wir haben lange gehadert“, sagt Vanessa Witte. „Es ist unheimlich schade, aber wir haben die Fürsorge den Bürgern und Kindern gegenüber. Als Ehrenamtler können wir die Verantwortung nicht übernehmen.“ Zwar sei noch offen, ob große Veranstaltungen im November erlaubt oder weiterhin untersagt werden, aber das Risiko ist den beiden Vereinen zu groß.

„Der Abstand lässt sich einfach nicht einhalten“, erklärt Christoph Schulze, „vor allem hier auf dem Markt ist es sehr eng“. Der Meinung ist auch Vanessa Witte: „Gerade bei der Aufstellung und zum Abschluss kann die Abstandsregelung nicht eingehalten werden. Allein bei der Weckmannausgabe ist es unmöglich.“ Für alle ist das eine traurige Nachricht, denn die Besucherzahlen der Martinszüge sprechen für die Beliebtheit dieser Tradition. In der Innenstadt kamen in der Vergangenheit weit über 1000 Menschen zusammen, in Metzkausen sind es gar 3000.

Der Martinszug in der Innenstadt, der bereits seit dem Krieg existiert, muss tatsächlich in diesem Jahr zum ersten Mal ausfallen. Ob Wind oder Wetter – nichts konnte ihn bisher aufhalten. Mit Corona ist aber alles anders. „Der Martinszug ist eine schöne Veranstaltung“, betont Dirk Klotzky, „aber er ist nicht lebensnotwendig.“ Zwar rechnen die Vereine mit einem kleinen Aufruhr wegen der Absage. „Aber es wäre schlimmer, wenn sich jemand infizieren würde.“

Während die Freunde des Martinszugs ihren Zug durch Spenden der Mettmanner Geschäftsleute finanzieren, veranstaltet der Verein Martinszug Metzkausen jedes Jahr eine Haussammlung, um mit den Spenden zahlreiche wohltätige Zwecke zu unterstützen, wie die Wohnungslosenhilfe der Caritas, die Stadtwaldkinder oder ganz unkompliziert Gutscheine für Bedürftige oder die Übernahme der Kosten für ein Paar Schuhe für eine Seniorin ohne Angehörige. „Wir versuchen, die Haussammlung stattfinden zu lassen“, kündigt Vanessa Witte an. Ansonsten könnten all die Anfragen nicht bedient werden. „Wir versuchen, ein neues Konzept zu entwickeln.“

Auch soll in jedem Fall auf digitalem Weg an das Werk des Heiligen Martin erinnert werden. „Wir sammeln noch Ideen“, meint Vanessa Witte. Denn das liegt beiden Vereinen am Herzen. „Der Martinstag ist eine Tradition, die man aufrechterhalten muss. Das Teilen ist eine Botschaft, die man weitertragen sollte.“