Mettmann: Kunsthaus würdigt Leonardo da Vinci

Mühlenstraße : Kunsthaus würdigt Leonardo da Vinci

Am Freitag um 18 Uhr wird die dazugehörige Ausstellung an der Mühlenstraße eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Warum nicht mal den berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten zum Thema einer lokalen Kunstausstellung machen? Mettmanns Kunsthaus nutzt den großen Namen, um auf seine jährliche Sonderausstellung „MEopenART“ aufmerksam zu machen. Sie ist stets themenbezogen, wird von einer Jury begleitet und trägt diesmal den Titel „500 Jahre Leonardo da Vinci – Inspirationen“.

Für die Schau bewerben konnte sich, wer einen wie auch immer gearteten Bezug zur Stadt Mettmann geltend machen kann. In diesem Jahr haben 32 Künstler mit 77 Arbeiten ihren Hut in den Ring geworfen. 23 von ihnen wurden mit 36 Arbeiten von der Jury ausgewählt und laden ab Freitag zur Begutachtung ihrer Auseinandersetzung mit dem anspruchsvollen Thema ein. Drei von ihnen sind den Kritikern besonders ins Auge gefallen und gehen als Preisträger der „MEopenART“ in die Kunsthaus-Geschichte ein.

Die Entscheidung sei der Fachjury sehr schwer gefallen, sagt Kunsthaus-Mitglied Henrik Wischnewski. Er betont, dass es sich bei den Jury-Mitgliedern um externe Gutachter handelt, die nach Qualität entscheiden, und nichts vorab ausgehandelt worden sei. Den begehrten ersten Preis konnte sich schließlich Kunsthäuslerin Ekaterina Gasmi mit einem fotorealistischen Stillleben sichern. Sie hat in Moskau und Düsseldorf Malerei, studiert, schon öfter im Kunsthaus ausgestellt und dabei stets mit gestochen scharfen, technisch herausfordernden und akkuraten Arbeiten begeistert.

Für ihre Huldigung an Leonardo hat Gasmi dessen berühmtes Gemälde „Madonna Benois“ zitiert und es mit Skizzenblock, Farbtuben, Pinseln, Stiften und einer blauweiß gemusterten Tasse mit schwarzem Kaffee vor grauem Untergrund umgeben – so als schaute man von oben auf einen sehr aufgeräumten Maler-Arbeitsplatz. Die Jury war hin und weg und ist mit der Vergabe von Platz zwei dann auch gleich in der Familie geblieben: Preisträgerin Natalia Baumeister ist die Schwester von Ekaterina Gasmi und hat sich ebenfalls mit der weltbekannten Leonardo-Madonna beschäftigt, allerdings in Gestalt einer Zeichnung, die die Zweisamkeit von Mutter und Kind verweltlicht und in die Jetztzeit holt. Was bleibt: Die Mutter schaut eher stolz, der Knabe etwas ernst und wie vor der Zeit erwachsen geworden drein.

Einen völlig anderen Akzent setzt der dritte Preisträger, Rainer Storck. Er nähert sich dem Phänomen Leonardo nicht etwa malerisch, sondern in Form einer Collage aus Papierstücken, weißen und beige oder bräunlich eingefärbten, die von Bleistiftstricheleien umgeben und teils mit Linien verbunden sind. Wem diese Abstraktion Rätsel aufgibt, dem sei gesagt: „Leonardo war nicht nur Maler, sondern auch Konstrukteur und Ingenieur. Er hat viele technische Zeichnungen und Schriften hinterlassen“, erläutert Kunsthaus-Mitglied Wischnewski.

Für Gesprächsstoff dürfte also gesorgt sein, wenn die Ausstellung mit den preisgekrönten und allen weiteren von der Jury ausgewählten Arbeiten – Malerei, Fotografie und Skulpturen – am morgigen Freitag um 18 Uhr feierlich eröffnet wird, im Beisein des Bürgermeisters und mit musikalischer Untermalung durch die heimische Musikschule.

Silvia Knust-Schubert hat das Video, das Beyoncé und Jay-Z vor Leonardis „Mona Lisa“ im Louvre zeigt, gesehen und malerisch nachempfunden. Foto: Cordula Hupfer
Historischer Knabe mit modernem Accessoire von Henrik Wischnewski. Foto: Cordula Hupfer

Zu sehen ist sie dann bis zum 21. Juli, wobei es an diesem letzen Ausstellungstag noch einmal spannend werden soll: Ab 14 Uhr werden drei Publikumspreise verliehen, für die während der Ausstellungsdauer Vorschläge abgegeben werden können (bereits prämierte Bilder ausgenommen).

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