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Mettmann - Künstlerin mit vielen kreativen Seiten

Kunst aus Mettmann : Künstlerin mit vielen kreativen Seiten

Kristina Lehmann bezieht ihre Inspiration auch aus Reisen nach Sizilien und Afrika. Ihren 60. Geburtstag feierte die Künstlerin mit ihren beiden Söhnen in Afrika.

Etwas verborgen, am äußersten Rand von Metzkausen, liegt das Haus von Kristina Lehmann. Schon wegen der ruhigen, nahezu verwunschenen Lage möchte man auf die Besitzerin schließen – ruhig, fast ein bisschen scheu öffnet sie die Tür und lässt den Gast eintreten in ein Haus voller Kunst.

Nach dem frühen Tod ihres Mannes hatte Kristina Lehmann begonnen zu malen, besuchte viele Jahre die Malschule in Hubbelrath, bildete sich fort bei Seminaren in Trier und Essen – und lernte so unterschiedliche Techniken. Nicht nur malen in Öl, Acryl oder Aquarell – nein, sie besuchte Kurse in Stein- und Holzbildhauerei, arbeitet mit Gips und Papier.

In ihren frühen Jahren hatte sie eine Ausbildung für künstlerische Fächer gemacht, in Anlehnung an die Lehren der Anthroposophen, und konnte in der Kunst AG am Heinrich-Heine-Gymnasium ihre Leidenschaft für die Kunst, von der Malerei bis hin zum Tanz, an die nächste Generation weitergeben.

Viele Sommer verbrachte Kristina Lehmann im Ferienhaus der Familie auf Sizilien, nahe Syrakus. Hier bezog sie Inspiration und Anregung, ließ sich einfangen von Meer, Wind und Sonne.

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Dass sie den Swimmingpool im Ferienhaus mit zwei riesengroßen Wänden in leuchtend bunten Farben, voll des prallen Lebens, dekorierte, lässt ihre Vielseitigkeit erkennen, denn leuchtend bunt sind ihre Werke sonst eher nicht.

Sie hat dort eine Säule bemalt, die an ein afrikanisches Mosaik erinnert. Nicht ohne Grund, denn ihren 60. Geburtstag feierte die Künstlerin mit ihren beiden Söhnen in Afrika. Wiederum kein großes, lautes Fest, aber voller Eindrücke und Ideen, die dann in den vielen nächsten Kreationen verwirklicht wurden: Wunderbare Porträts von Nomaden, Tierzeichnungen, Masken aus Gips, bemalt in erdigen Tönen, ein Elefant aus Gips, eine Giraffe, ein ergreifendes Bild, das die Erhabenheit riesiger Sanddünen in Namibia einfängt. Ein weiterer Elefant, fein aus Holz gearbeitet, ein echtes Prunkstück – ihr Werk? Nein, ein Kunstwerk, das ihr Großvater einst aus Afrika mitgebracht hatte.

Seit etwa zwei Jahren hat Kristina Lehmann ein weiteres Kapitel ihrer künstlerischen Fähigkeiten aufgeschlagen: Sie fing an zu schreiben. Zunächst führte sie Tagebuch, dann gelangen ihr lyrische Verse. Ein mit Bleistiftzeichnungen selbst illustriertes Bändchen dieser feinsinnigen Kunst offenbart ihr Wesen, nachdenklich, nach innen schauend. Und dann kam Corona. Sie, die Stille, rebellierte gegen den Zwang, gegen die Enge. Sie rappelte sich auf, um diese Ausnahmezeit in kreatives Schaffen umzusetzen. Sie will auch keine Privilegien als Geimpfte, sie hätte Angst, die Freiheit auszunutzen. Einen mit vielen ihrer Werke geschmückten Bildband hat ihr die Familie geschenkt: Erinnerungen an ihre Ausstellungen, Familienfeste und Ferien auf Sizilien im Kreise von Freunden und Verwandten – ein stiller Rückblick.