Kolumne An(ge)dacht zu Ostern Mit allem, was dazu gehört

Kreis Mettmann · Das Osterfest beschäftigt sich mit den zentralen Themen des Lebens: von Freundschaft über Verrat bis zum Tod. Warum das zu wichtig ist, erklärt Pfarrer Gabriel Schäfer in unserer Kolumne.

 Gabriel Schäfer ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl.

Gabriel Schäfer ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

PalmsonntagGründonnerstagKarfreitagOstern. Seit fast 2000 Jahren ist es die Dramaturgie, die die Karwoche – auch heilige Woche genannt – bestimmt. Die Dramaturgie, wie Jesus an Palmsonntag umjubelt in Jerusalem einzieht. Bejubelt von den Menschen, die ihn an Karfreitag auf die Frage von Pontius Pilatus hin ans Kreuz schicken. Begleitet von seinen Jüngerinnen und Jüngern, mit denen er am Gründonnerstag zum letzten Mal zusammensitzt und isst. Es ist eine Woche, die die wesentlichen menschlichen Themen aufwirft. Themen wie Freundschaft, Verrat, Tod und Trauer. Themen, von denen wir die meisten lieber an die Seite schieben. Wer befasst sich schon gerne mit dem eigenen Tod?

Mit den Vorschulkindern der Kita Sandheide habe ich dieses Jahr in der Passionszeit eine Reihe zu Tod und Trauer gestaltet. Wir haben ein Bilderbuch besprochen und waren beim Bestatter sowie auf dem Friedhof. Die Kinder sind dem Thema so begegnet, wie Kinder sind: offen und unvoreingenommen. So kamen bei der Frage, was eigentlich nach dem Tod ist, viele schöne Gedanken – die alle auch in die Richtung dessen gehen, wofür das Christentum seit Ostern steht: Nämlich, dass mit dem Tod noch nicht alles vorbei ist.

Jesus war drei Tage tot, danach ist er auferstanden. Mit seiner Auferstehung hat er dem Tod die Macht genommen – der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Was die Bibel in der Offenbarung des Sehers Johannes beschreibt, ist ein Versprechen an uns: Am Ende aller Tage werden wir uns in Gottes Reich wiedersehen. Dort wird „weder Schmerz mehr sein noch Tod wird mehr sein; denn das alte ist vergangen.“ (Offb 21).

Das ist der Grund, warum wir Ostern feiern – in aller Ausgelassenheit und Freude, mit Lachen und Jubel. Mit Schokolade und Eiern und allem, was dazu gehört. Jesus lebt, mit ihm auch ich. Halleluja!

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