Kolumne An(ge)dacht aus Mettmann Von der Kraft einer Entschuldigung

Kreis Mettmann · Fehler passieren – und können häufig durch die Worte „Es tut mir leid“ wieder ausgebügelt werden. Für wie wichtig Dr. Max Moll, Kreisjugendseelsorger, Entschuldigungen hält, erklärt er in unserer Kolumne An(ge)dacht.

Dr. Max Moll ist Jugendseelsorger beim Kreisdekanat.

Dr. Max Moll ist Jugendseelsorger beim Kreisdekanat.

Foto: Max Moll

Ich baue gerne an Klemmbausteinen, weitläufig als Lego bekannt. Am vergangenen Wochenende haben meine Frau und ich wieder an einem Modell gebaut. Dabei musste ein Teil mithilfe einer Schere modifiziert werden, um es als Zaun nutzen zu können. Dabei hat sich meine Frau verschnitten. Wer mich kennt, weiß, wie mich sowas ärgern kann. Insbesondere, wenn es dauerhaft sichtbar ist, und mein Blick immer wieder diese beschädigte Stelle streift. Meiner Frau tat es leid, was sie auch direkt sagte. Und in dem Moment wurde mir wieder einmal deutlich, welche Kraft diese drei Worte: „Tut mir leid“ haben. Sie können den Gegenstand nicht reparieren, sie können Geschehenes nicht ungeschehen machen.

Aber ein ehrliches „Tut mir leid“, ändert die Perspektive, es ändert die Haltung und damit möglicherweise auch die Beziehung zum Guten hin. Auch deshalb können diese drei Worte für jegliche Beziehungen wohltuend und ein Ausweg in Richtung Vergebung und Verzeihen sein. Denn ein „Tut mir leid“ ändert nichts an der Sache, aber an der Beziehung.

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