1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Mettmann kämpft gegen Müll und Unrat

Konzept „Saubere Stadt“ soll wieder aufleben : Mettmann kämpft gegen Müll und Unrat

Neue, besonders große Mülleimer mit Anti-Graffiti-Beschichtung und einige Asch-Säulen sind derzeit in der Testphase.

Der Wechsel des Entsorgungsunternehmens, das für die Leerung der Altpapier-Container zuständig ist, wird länger dauern als ursprünglich geplant. Darauf weist Mettmanns Abfallberater Wolfgang Orts hin. Sollte der neue Betreiber am 1. April an den Start gehen, wird es jetzt voraussichtlich im Mai oder später sein. Grund ist das Volumen des Auftrags, das eine europaweite Ausschreibung erfordert, erläuterte Orts jetzt dem zuständigen Bauausschuss. Denn die Kosten für den Auftrag sind gestiegen, seit die Stadt die Container-Standorte an manchen Stellen täglich reinigen muss.

RP-Leser hatten sich via Bürgermonitor beschwert, dass die Containerstandorte beispielsweise am Düsselring immer wieder verdreckt sind. Dieses Problem ist der Stadt bekannt, die seit August vergangenen Jahres einige Standorte mittlerweile täglich anfährt und reinigt. Zwar seien 85 Prozent der Grundstücke in Mettmann mit einer blauen Tonne ausgestattet, erläutert der Abfallberater. Dennoch seien die Container-Standorte unverzichtbar, da dort vor allem Kartonagen entsorgt werden. Deren Zahl steigt mit zunehmenden Bestellungen im Internet. Um des Problems Herr zu werden, will die Stadt nun den Entsorger wechseln.

Die CDU-Fraktion möchte nun noch einen Schritt weiter gehen. Sie hat im Bauausschuss angeregt, die Kampagne „Saubere Stadt Mettmann“ wieder aufleben zu lassen, um das ungepflegte und schmutzige Stadtbild in Mettmann zu verbessern. Dazu sollen zusätzliche Abfallbehälter im Stadtgebiet aufgestellt werden. Ein QR-Code auf diesen Behältern soll Bürgern die Möglichkeit geben, der Stadt überfüllte Abfalleimer via Smartphone zu melden. Der Bauausschuss hat diesen Vorschlag angenommen, die Stadtverwaltung muss ihn nun ausarbeiten und umsetzen.

In diesem Zusammenhang berichtete Angelika Dünnwald, Leiterin des städtischen Betriebshofs, dass die Stadt bereits drei neue Abfallbehälter aufgestellt hat, um sie zu testen. Dabei handelt es sich um besonders große Mülleimer, die eine Anti-Graffiti-Beschichtung aufweisen. Einer davon steht an der Talstraße/Mettmanner Bach. Weitere sollen folgen. Ersten Beobachtungen zufolge werden diese Abfalleimer gut angenommen. Auch mehrere so genannte „Asch-Säulen“ sind in der Testphase, über die Raucher ihre Zigarettenstummel entsorgen können. Eine davon steht in Nähe des Penny-Supermarktes am Jubiläumsplatz, weil dort die Jugendlichen der Kreis-Bildungsakademie oft in ihrer Pause stehen und rauchen. Entsprechend ist das Pflaster mit Kippen übersät. Auch an der Treppe zur Regiobahn soll eine solche Asch-Säule aufgestellt werden.

Für weitere Standorte von Mülleimern oder häufigere Leerungen sieht Dünnwald hingegen die Kapazitäten erschöpft: „Wir haben für sämtliche Papierkorbentleerungen in Mettmann nur einen Mann“, sagt sie. Weitere Standorte zu betreuen sei für ihn nicht mehr leistbar. Daher ihr Appell beispielsweise an Hundehalter, für die es in den Außenbezirken wenig bis keine Abfalleimer gibt: „Man kann die Hinterlassenschaften seines Hundes auch einige Zeit mit sich tragen, bis ein Mülleimer erreicht ist.“

(arue)