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Mettmann investiert ins Radwegenetz

Radverkehr in der Kreisstadt : Mettmann investiert ins Radwegenetz

Bis es das neue Radverkehrskonzept gibt, sollen kleinere Maßnahmen die Lage verbessern. Dazu fließen in diesem Jahr 50.000 Euro.

Der Ausschuss für Planung, Verkehr und Umwelt hat jetzt ein Maßnahmenpaket für den Radverkehr in Mettmann auf den Weg gebracht. Es soll die Situation für Radfahrer in Mettmann kurzfristig verbessern.

Was ist geplant? In diesem Jahr sollen 50.000 Euro und in den Folgejahren jeweils 100.000 Euro für das Maßnahmenpaket ausgegeben werden. Die Umsetzung soll in Absprache mit dem ADFC Mettmann, dem RV Edelweiss, Mettmann-Sport und dem PSV Mettmann erfolgen, die in den vergangenen Monaten weitreichende Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrs gemacht haben. „Durch das Paket sollen parallel zum Radverkehrskonzept und dessen Realisierung kurzfristig umsetzbare Maßnahmen ermöglicht werden“, berichtet der Sprecher der Stadt Mettmann, Thomas Lekies. Das hatte zuletzt insbesondere der Polizeisportverein (PSV) Mettmann mit einem 26 Seiten umfassenden Konzept gefordert. Er regte unter anderem diebstahlsichere Fahrradabstellanlagen sowie die Markierung von Fahrradspuren, die Verlegung von Fußgängerinseln und die Beseitigung von Hindernissen an.

Aber was macht das für Mettmann geplante Radverkehrskonzept? Die Stadtverwaltung hat den Ausschussmitgliedern ein so genanntes Leistungsverzeichnis für das Radverkehrskonzept vorgelegt, das vom neuen Klimaschutzbeauftragten erarbeitet wurde. Mit diesem Leistungsverzeichnis, das ebenfalls einstimmig vom Ausschuss verabschiedet wurde, soll nun ein Planungsbüro mit der Ausarbeitung des Mettmanner Radverkehrskonzeptes beauftragt werden.

Welche Ziele verfolgt das Radverkehrskonzept? Stadt und Politik wollen damit den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr in Mettmann von heute zirka zwei Prozent auf 15 Prozent bis 2025 und 20 Prozent bis zum Jahr 2030 steigern. Hierzu soll ein integriertes, lückenloses, innerstädtisches Radverkehrsnetz geschaffen werden, das an das regionale und überregionale Radwegenetz angeschlossen ist. „Sowohl die Attraktivität als auch die Qualität sollen deutlich gesteigert werden, um die Sicherheit des Radverkehrs für alle Nutzergruppen und Altersklassen zu steigern“, berichtet Lekies.

Welche Ideen der Fahrradvereine finden sich in dem Konzept wieder? Das Leistungsverzeichnis sieht zum Beispiel die Bereitstellung von modernen, witterungsgeschützten und sicheren Fahrradabstellanlagen mit Ladestationen für E-Bikes an allen relevanten, innerstädtischen Zielen, an den Hauptumstiegshaltestellen zum ÖPNV, an allen öffentlichen Gebäuden sowie an den größeren Sport- und Freizeitanlagen vor. Hinzu soll ein gut und leicht zu verstehendes Beschilderungssystem zu allen innerstädtischen und überregionalen touristischen Zielen sowie zu den Naherholungsgebieten hinzu kommen sowie Beratungs- und Informationsangebote für Radfahrer.

Warten aufs Radverkehrskonzept – war’s das fürs Erste? Die SPD-Ratsfraktion setzt zu diesem Konzept einen weiteren Impuls und fordert ein kreisweites E-Bike-Sharing-System. Die Sozialdemokraten haben daher einen Vertreter eines der größten deutschen Anbieter für E-Bike Sharing zu einem Informationsgespräch nach Mettmann eingeladen. Wie der Fraktionsvorsitzende Florian Peters berichtet, haben an diesem Gespräch auch Vertreter von CDU, FDP und UBWG teilgenommen. Die Idee eines solchen Sharing-Systems ist bei den Beteiligten auf breite Zustimmung gestoßen. Die SPD sieht in der Etablierung von E-Bike Sharing eine gute Möglichkeit, zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs beizutragen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Und auf der L239 – herrscht da weiterhin Stillstand? Zu Wort meldet sich in diesem Zusammenhang auch noch einmal der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) im Neanderland. Er begrüßt die Ernennung von acht regionalen Radverkehrsbeauftragten beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW). Diese Radverkehrsbeauftragten sollen als Hauptansprechpartner für planerische Fragen beim Thema Radwegebau noch enger mit Kommunen, Verbänden oder den Initiatoren von Bürgerradwegeprojekten zusammenarbeiten. „Wir sehen dies als ein positives Signal und hoffen, dass der Radverkehr nun einen wesentlich höheren Stellenwert bekommt“, sagt Peter Martin, Sprecher der AG Verkehrspolitik beim ADFC im Neanderland. „Wir verbinden diese Entwicklung mit der konkreten Erwartung, dass Straßen.NRW seine fahrradfeindlichen Planungen zum Neubau der Landstraße L239 zwischen Mettmann und Ratingen ohne Radweg revidiert.“ Bislang noch sei Straßen.NRW und dem Landesverkehrsminister zusätzlicher Platz für Autos wichtiger als die Sicherheit der Radfahrenden. „Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, dies zu ändern. Die neue Straße und der Radweg müssen zusammen geplant und realisiert werden.“