Wirtschaft im Kreis Mettmann Plus bei Übernachtungen – Minus bei Geschäftsklima

Kreis Mettmann · Unterm Strich konnten die Hoteliers im Kreis Mettmann 2023 mehr Übernachtungen verbuchen als im Jahr zuvor. Für gute Laune sorgte das allerdings nicht.

 Die Betten in der Hotellerie des Kreises Mettmann waren 2023 häufiger belegt als im Jahr zuvor.

Die Betten in der Hotellerie des Kreises Mettmann waren 2023 häufiger belegt als im Jahr zuvor.

Foto: dpa/Jan Woitas

Die Hotelbranche im Kreis Mettmann blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2023 zurück. Das zeigt die Beherbergungsstatistik. Nach den schwierigen Corona-Jahren gab 869.004 Übernachtungen aus. Das im Vergleich zu 2019 noch 15,8 Prozent weniger, aber 14,3 Prozent mehr als 2022. „Diese sehr positive Entwicklung spiegelt sich nur bedingt in den Ergebnissen des aktuellen Hotelmarktbarometers der IHK Düsseldorf“, bemerkt Marion Hörsken, Geschäftsführerin Branchenbetreuung der IHK Düsseldorf. „Das herausfordernde Marktumfeld bereitet vielen Hoteliers Sorgen und drückt die Stimmung merklich.“

So bewerten rund 46 Prozent der Übernachtungsbetriebe, die am Branchenbarometer teilgenommen haben, die aktuelle Geschäftslage als gut, 42 Prozent als befriedigend, aber auch 12 Prozent als schlecht. Besonders erfreulich ist die steigende Nachfrage von Privatreisenden. Mehr als 56 Prozent der Betriebe erzielten im Vergleich zum Vorjahr bei dieser Kundengruppe steigende und 30 Prozent gleichbleibende Umsätze. Bei den Geschäftsreisenden beschreiben rund 45 Prozent gestiegene, aber auch 27 Prozent rückläufige Umsätze.

Im Ergebnis steigerte fast die Hälfte der Hoteliers ihr Betriebsergebnis gegenüber 2022. Immerhin 27 Prozent verzeichnen aber auch eine Verschlechterung. Der Geschäftsklimaindex liegt im IHK-Bezirk trotz der hohen Nachfrage knapp unter dem langjährigen Durchschnitt seit 2006. „Zwar ist das Geschäftsklima in Düsseldorf deutlich besser als im Kreis Mettmann, dennoch muss festgehalten werden: Euphorie, wie sie die hohen Übernachtungszahlen erwarten ließen, sieht anders aus“, stellt Hörsken fest.

Im Jahr 2024 stehen mit der Fußballeuropameisterschaft sowie hochkarätigen Messen, Kongressen wie der Rolling Pin.Convention und Konzerten wieder publikumsstarke Veranstaltungen an. Hiervon sind positive Effekte und hohe Gästezahlen in der Region zu erwarten. Dennoch muss auch die Erwartung der Hoteliers für das erste Halbjahr 2024 als gedämpft beschrieben werden. Lediglich 37,3 Prozent der befragten Betriebe rechnen mit einer besseren, 36 Prozent mit einer gleichbleibenden und sogar 26,7 Prozent mit einer schlechteren Entwicklung als im Vorjahr.

„Die Liste der Herausforderungen ist lang“, erklärt Hörsken. „Allgemeine Kostensteigerungen, Personalmangel, eine unsichere politische Lage, Belastungen wie die Bettensteuer und die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer, ein schwächelndes Konsumverhalten, der Rückgang bei Messebesuchern und sich verändernde Reisegewohnheiten fordern unsere Unternehmen täglich heraus. Dies droht gerade kleine und mittlere Betriebe zu überfordern.“ Erschwerend kommt hinzu, dass der Wettbewerb in der Region zunimmt und die durchschnittliche Zimmerauslastung stagniert. So werden in Düsseldorf und im Kreis Mettmann heute rund 11.300 Betten mehr angeboten (+35 Prozent) als noch vor zehn Jahren.

(dne)
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