Mettmann: Heimatfreunde werben für den Königshof

Mettmann : Heimatfreunde werben für den Königshof

Seit ihrem jüngsten Vorstoß haben die „Aulen Mettmanner“ viel Zuspruch erfahren. Doch die Politik ist skeptisch.

Im Zusammenhang mit der Debatte um Abriss oder Fortbestand der sanierungsbedürftigen Stadthalle erinnern die „Aulen Mettmanner“ an ihren Bürgerantrag aus dem Jahr 2011, das alte Königshof-Theater alternativ zu einer Mehrzweckhalle auszubauen. „Wir sind besorgt, dass der ständig steigende bauliche Unterhaltungsaufwand schon bald nicht mehr finanziert werden kann und zur Schließung der Stadthalle führen wird“, schrieb Vorsitzender Friedel Liesenkloß damals.

Tatsächlich diskutieren Politik und Verwaltung zurzeit über die Zukunft der „Neandertalhalle“. Liesenkloß weiß durchaus um die Vorteile des Veranstaltungszentrums: „Sie ist besser als ihr Ruf. Der Theatersaal hat eine gute Akustik.“ Dennoch plädieren die Heimatfreunde dafür, das Königshof-Theater wiederzubeleben, da das Haus für die Stadt Mettmann „ein Alleinstellungsmerkmal“ sei. Und obwohl es „sicherlich noch viele Hindernisse“ auf dem Weg zu beseitigen gebe, sieht Liesenkloß jetzt noch mehr Chancen auf Umsetzung dieser Pläne als vor Jahren. Für die Sanierung des alten Theaters könne der Erlös aus der Vermarktung der Stadthallen-Immobilie dienen. Schließlich hatte Bürgermeister Thomas Dinkelmann noch im Schulausschuss Mitte Mai dieses Jahres gesagt, es gebe dafür „eine Reihe von Interessenten und Investoren, die hier etwas machen wollen“. Bedenken von Anwohnern könnten zerstreut werden, „indem wir sie rechtzeitig mit ins Boot holen“. Schließlich würden die Gaststätten in direkter Nähe ebenso davon profitieren wie insgesamt die Poststraße „eine Belebung erfahren“ würde. Parkmöglichkeiten für Behinderte könnten auf einem benachbarten Grundstück geschaffen werden, die übrigen Gäste könnten ihre Autos im Parkhaus der Königshof-Galerie abstellen.

2011 verlief der Antrag im Sande, jetzt legen ihn die „Aulen Mettmanner“ erneut für den Bürgerausschuss am 3. September vor und hoffen auf mehr Rückenwind als vor acht Jahren, auch aus der Bürgerschaft. Tatsächlich aber hat eine Befragung der Mettmanner zwischenzeitlich ergeben, dass die Mehrheit einen Abriss der Neandertalhalle ablehnt. Auch eine Online-Petition zum Erhalt des Königshof-Theaters aus dem Jahre 2014 konnte offenbar keine Zugkraft entwickeln: Lediglich 210 Bürger haben sie seinerzeit unterstützt (https://www.openpetition.de/petition/online/erhaltung-des-koenighof-theaters-in-mettmann). Andererseits aber erfahren die Aulen Mettmanner seit jüngster Veröffentlichung ihres Antrages „schon riesig viel Zuspruch“, berichtet Liesenkloß. So hätten beispielsweise auch die Aktiven der Kulturvilla ihre Unterstützung angeboten.

In der Politik reagiert man indes verhalten. CDU-Fraktionschef Richard Bley erinnert sich, „dass das Vorhaben damals an dem großen Aufwand, der für den Brandschutz nötig gewesen wäre“, gescheitert sei. Daher räume er dem Vorhaben „wenig Möglichkeiten ein, würde mich aber gerne eines besseren belehren lassen“, sagt Bley mit Sympathie für das traditionsreiche Haus. Die hat auch SPD-Fraktionschef Florian Peters. Gleichwohl: „Die Verwaltung hatte damals ausführlich nachgewiesen, dass der Brandschutz sehr kostenintensiv ist. Ich sehe da so viele Probleme, dass wir sie nicht lösen können.“

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