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Mettmann: Grundschule Herrenhauserstraße schließt Lern-Lücken mit Landesmitteln.

Sprachkompetenz wird in Mettmann gefördert : Fördern macht Schüler fröhlich

Die Grundschule Herrenhauser Straße profitiert von dem Landesförderprogramm, das Nachhilfe für Kinder und Jugendliche mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund ermöglicht.

Als eine von drei Grundschulen und dem Berufskolleg Neandertal profitiert die Grundschule Herrenhauser Straße von den 250.000 Euro umfassenden Landesmitteln, die zusätzliche Förderstunden für Kinder und Jugendliche mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund ermöglichen. „Gerade diese Schülerinnen und Schüler hat der Wegfall der Präsenzunterrichts besonders hart getroffen“, zeigt sich Schulleiterin Birgit Krohm dankbar für den Zusatzunterricht.

Dieser erfolgt einzeln, wenn ein besonders hoher Nachholbedarf besteht, Kinder z. B. erst alphabetisiert werden müssen, oder in einer Gruppe mit maximal vier Kindern. Neben Deutsch und Mathe stehen bei den Großen auch Englisch und alle anderen Fächer auf dem Programm.

„In der Zeit, in der Kinder mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund nur zu Hause waren, haben viele fast gar kein Deutsch mehr gesprochen. Nicht nur, dass der Präsenzunterricht lange Zeit nicht möglich war. Während des Lockdowns durften sie ihre deutschstämmigen Mitschülerinnen und Mitschülern ja auch nicht in der Freizeit treffen“, erläutert die engagierte Pädagogin. Um diese Defizite aufzuholen, steht ihr der Verein „Interaktiv“, der auch Träger der OGATA ist, zur Seite. „Wir wurden vom Kreisintegrationszentrum angesprochen, ob wir diese Aufgabe übernehmen können“, erklärt Rolf Schlierkamp, Gründer und Geschäftsführer des Vereins, der auch an anderen Schulen im Kreis Mettmann für den Betrieb des Offenen Ganztages zuständig ist.

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An der Grundschule an der Herrenhauser Straße ist Mitarbeiterin Cornelia Murtzek bereits seit längerem in der OGATA-Betreuung tätig. Die Studentin der Erziehungswissenschaften hatte die Kapazität, um weitere Stunden für die zusätzliche Förderung der Kinder zu übernehmen, bei denen die Klassenlehrerinnen und -lehrer den Bedarf sehen. „Auch ich bin bilingual aufgewachsen. Ich bin als Vierjährige mit meinen Eltern aus Polen nach Deutschland gekommen. Daher weiß ich, wie es ist, nicht in seiner Muttersprache unterrichtet zu werden“, erzählt die 20-Jährige, der der Umgang mit den Kids sichtlich Freude bereitet. „In den ersten Stunden habe ich die Kinder nach ihren ganz persönlichen Geschichten gefragt. Es war berührend zu sehen, wie sie sich gefreut haben und auch stolz waren, dass sich jemand für ihr individuelles Schicksal interessiert.“ Die Klassenlehrer hätten sie am nächsten Tag gefragt, was sie denn mit den Kindern gemacht habe. Diese seien so fröhlich und selbstbewusst in den „normalen“ Unterricht zurückgekehrt.

Zu Murtzeks Schützlingen gehören auch die siebenjährige Sarina, die gebürtig aus Afghanistan stammt, und Damila, die Sechsjährige mit türkischen Wurzeln. Beide hatten in ihrem ersten Schuljahr wenig Präsenzunterricht und konnten durch die individuelle Förderung Einiges von dem aufholen, was sie nach den Schulferien brauchen, um ihr zweites Schuljahr – hoffentlich in Präsenz – gut zu meistern. Dem Viertklässler Roja, der erst seit zwei Jahren in Deutschland lebt, wird der zusätzliche Unterricht laut Schulleiterin Krohm den Start an der weiterführenden Schule erleichtern.

„Wir wollen eine Stigmathesierung aufgrund fehlender (Deutsch-)Kenntnisse auf jeden Fall verhindern. Daher sind mein Team und ich so dankbar für diese individuelle Zusatzförderung, mit der seit Ostern und noch bis Ende November die Lücken geschlossen werden können, die durch Wechselunterricht und Homeschooling entstanden sind.“ Ob im nächsten Jahr noch einmal Mittel für ein ähnliches Programm bewilligt werden, darauf hoffen auch Thoran Papst, der als Projektentwickler beim Kreis Mettmann für dieses spezielle Förderprogramm verantwortlich zeichnet, sowie Armin Römer, Leiter des Kreisintegrationszentrums. Beide zeigten sich beeindruckt von der fruchtbaren Kooperation zwischen den Mitarbeitern des Vereins „Interaktiv“ und dem Kollegium der GGS Herrenhauser Straße.