Mettmann: Fraktionen lehnen Mulitifunktionshalle ab

Mettmann : Fraktionen lehnen Multifunktionshalle ab

Für ein Veranstaltungszentrum in der City gibt es keine Alternative. Das betont die Mehrheit im Schulausschuss.

Die Idee, bei Errichtung einer Gesamtschule in Mettmann gleich auch noch das Problem „Veranstaltungshalle“ zu lösen, ist offenbar gescheitert. Im Schulausschuss am Donnerstag sprach sich mit CDU, FDP und SPD die Mehrheit gegen den Bau einer so genannten Multifunktionshalle an der Goethestraße aus. Sie hätte die stark sanierungsbedürftige Stadthalle, für deren Fortbestand derzeit eine Lösung gesucht wird, ersetzen sollen. Jedoch nur teilweise, wie die planende Architektin Cornelia Neubürger einräumte: Großveranstaltungen wie Maigala oder Konzert der Bundeswehr wären dort nicht möglich.

Letztlich waren sich alle Fraktionen einig, dass eine Veranstaltungshalle in die Innenstadt gehört. Da half auch das Werben von Bürgermeister Thomas Dinkelmann nichts, der in dem Vorschlag eine „Option“ sah, „die einen großen Wurf bedeuten könnte“.

Die Stadt Mettmann überlegt, am Standort der bisherigen Realschule an der Goethestraße eine Gesamtschule einzurichten. Während die vom Rat so beschlossene verbindliche Elternbefragung vorbereitet wird, hat das in Bochum ansässige Architektenbüro Klein + Neubürger eine Studie mit mehreren Varianten angefertigt. Sie unterscheiden sich darin, wie viel von der alten Gebäudesubstanz der Realschule für die neue Gesamtschule genutzt wird und welche Bedeutung der neu zu bauenden Sporthalle zukommt.

Eine Dreifachsporthalle ist angesichts der als vierzügig geplanten Gesamtschule mindestens vonnöten. Daher sei die Planung aus 2017, in der noch von einer (günstigeren) Zweifachturnhalle ausgegangen wurde, überholt, erläuterte Neubürger. Eine Multifunktionshalle mit der Möglichkeit, sie ganz oder teilweise in Konzert- und Veranstaltungssäle zu verwandeln, wäre die Luxusvariante – mit einem entsprechenden Preis: Schule und Multifunktionshalle würden 39 Millionen Euro kosten, Schule und Dreifachsporthalle mit einfachem Standard nur 31 Millionen.

Einen nachdrücklichen Appell formulierte in diesem Zusammenhang Hanno Grannemann, Leiter des Heinrich-Heine-Gymnasiums: Er verwies auf den Sanierungsstau an seiner Schule – es fehlt unter anderem ein flächendeckendes W-Lan-Netz, Telefon- und Schließanlage sind überaltert – und anderen Einrichtungen in Mettmann. „Es müsste an allen anderen Schulen auch etwas getan werden“, betonte Grannemann. Daher solle das Geld, das nun verplant wird, nicht nur an einen Standort fließen.

Tatsächlich muss die Stadt Mettmann mit dem Neubau der Gesamtschule einen finanziellen Kraftakt vollbringen: Die Finanzierung der Summe werde in den Folgejahren Belastungen für den städtischen Haushalt „in der Spitze von zwei Millionen Euro jedes Jahr“ bedeuten, sagte Kämmerin Veronika Traumann. Dies sei über (Gewerbesteuer-)Einnahmen nicht zu kompensieren. „Es müssen auch defizitäre Bereiche auf dem Prüfstand stehen. Das ist auch die Stadthalle mit einem jährlichen Defizit von 500.000 Euro“, gab Traumann zu bedenken. Für den Standort Stadthalle – die Entscheidung zu Sanierung oder Abriss (und Neubau?) steht noch aus – gibt es laut Bürgermeister Thomas Dinkelmann  übrigens „eine Reihe von Interessenten und Investoren, die hier etwas machen wollen“. Der Ausschuss schob die Entscheidung in den Haupt- und Finanzausschuss, der am 18. Juni tagt.

(arue)
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