Mettmann: Feuerwehr heizt Schülern ein

Gymnasium in Mettmann hat besonderen Unterricht : Feuerwehr heizt Schülern ein

Den richtigen Umgang mit Feuer zeigen MItglieder der Freiwilligen Feuerwehr Siebtklässlern des Heine-Gymnasiums.

Vermutlich wird es sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen haben, dass auf dem Schulhof des Heinrich-Heine-Gymnasiums Feuerwehrfahrzeuge geparkt haben – nach den Bränden in Erkrath wäre das kein Wunder. Diesmal aber ist die Feuerwehr aus einem anderen Grund angerückt: Die Siebtklässler sollen anschaulich erfahren, wie Feuer entsteht, was es verstärkt und vor allem: Wie es richtig gelöscht wird. „Auf dem Lehrplan der Stufe sieben ist das Thema Feuer und Brand in Chemie vorgegeben. Bislang haben wir das mehr oder weniger theoretisch bearbeitet“, erzählt Fachlehrerin Claudia Rüsewald. „Die Idee, doch mal die Feuerwehr dazu einzuladen, hatte ich bereits vor zwei Jahren, aber bislang hat es auch Termingründen nicht geklappt. Jetzt aber konnten wir es endlich ermöglichen.“

Ein Bereich des Schulhofes ist weiträumig mit rot weißem Band abgesperrt. Die Vorführungen der Feuerwehrleute benötigen einen Sicherheitsabstand von einigen Metern. „Ich zeige euch jetzt, wie das aussieht, wenn man versucht, Fett mit Wasser zu löschen“, ruft Feuerwehrmann Dirk Fischer den neugierig zuschauenden Kindern zu. Dann zischt es. Explosionsartig entsteht eine riesige, Feuerwolke. Die Kinder schrecken intuitiv noch ein wenig mehr zurück, halten sich teils fassungslos die Hand vor den Mund. Valentin dagegen scheint unbeeindruckt. „Naja, das liegt bei mir daran, dass ich schön länger bei der Jugendfeuerwehr bin und sowas natürlich kenne“, sagt der 13-Jährige. Erfahrungen mit Feuer haben die allermeisten schon gemacht, auch Jona.

„Bei uns hat mal die Fritteuse gebrannt“, erinnert sich die Gymnasiastin. Bei Paula war es direkt das ganze Haus. „Unser Untermieter hatte Pizza im Ofen vergessen.“ Das Haus sei soweit abgebrannt, „dass wir erst nach Wochen wieder zurück konnten.“

Die Schüler haben sich jetzt um das Löschfahrzeug gescharrt. Sie alle dürfen nacheinander den Umgang mit den Löschschläuchen ausprobieren. „Schau mal, hier kannst du drehen und dann einstellen, ob du einen Vollstrahl oder einen Sprühstrahl brauchst“, erklärt einer der vier Feuerwehrmänner einem Jungen die Handhabung. Der lacht, das klingt ja einfach, wird er vielleicht denken aber als das Wasser plötzlich vorprescht, fliegt der Schüler fast nach hinten. „Darum geht es uns“, erklärt Dirk Fischer. „Wir wollen den Kindern zeigen, dass Wasser einen wahnsinnigen Druck erzeugt und man dafür auch viel Kraft einsetzen muss, diesen Schlauch zu bedienen.“

Um kleine Brände, gerade beim Kochen, schnellstmöglich eindämmen zu können, sollte ihm der Sauerstoff entzogen werden, sprich zum Beispiel die brennende Pfanne mit einem Deckel schließen. Geeignet sind auch Löschdecken. „Generell rate ich jedem Haushalt, einen Feuerlöscher in der Wohnung zu haben und den stelle ich auch immer beim Grillen im Garten neben mich“, lässt Dirk Fischer wissen.

Der freiwillige Feuerwehrmann entfernt auf dem Schulhof noch die wenigen Tropfen Fett mit einem Sandgemisch, dann ist der Besuch am HHG beendet. „Es hat sehr viel Spaß gemacht und ist eine wichtige Sache. Ich hoffe, dass die Kinder wertvolle Erkenntnisse davon mit nach Hause nehmen und langfristig beherzigen“, sagt Fischer.