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Mettmann/Erkrath/Wülfrath - Service: So kann man sich gegen Trickbetrüger schützen.

Kriminalität-Vorbeugung : Klüger gegen Betrüger: Polizei informiert

Am kommenden Wochenende gibt es bei der Kreispolizei in Mettmann zwei große Info-Veranstaltungen für Senioren und Angehörige. Man will die Teilnehmer für Gefahren durch Trickbetrüger umfassend und nachhaltig sensibilisieren.

Es sind perfide Methoden, mit denen Betrüger im Kreis Mettmann versuchen, vor allem Senioren abzuzocken: Sie geben sich am Telefon als Polizisten aus – oder schocken ihre Opfer mit erfundenen Unfällen, die angebliche Angehörige verursacht haben sollen, um an ihr Geld zu kommen. Zuletzt hatte es eine Welle solcher Schock-Anrufe in Mettmann und Erkrath gegeben. Immer wieder berichtet die Polizei über solche Fälle, und sie wird nicht müde, vor allem ältere Menschen für diese Problematik zu sensibilisieren.

Jetzt unternimmt die Kreispolizeibehörde einen neuen Anlauf: Unter dem Motto „Klüger gegen Betrüger“ laden die Experten der Kriminalprävention für dieses Wochenende (3. und 4. Oktober) Senioren sowie ihre Angehörigen in das Hauptgebäude der Polizei an den Adalbert-Bach-Platz 1 in Mettmann ein, um dort miteinander ins Gespräch zu kommen und über die Tricks der Betrüger zu informieren.

Jeweils von 11 bis 15 Uhr werden die Experten, aber auch speziell geschulte Seniorensicherheitsberater sowie Polizeibeamte des Bezirksdienstes an diesen beiden Tagen Rede und Antwort stehen zu allen Fragen rund um die sogenannten „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen durch überörtliche Täter“. Die Täter sitzen meist weit entfernt, oft im Ausland. Über ausländische Telefonanbieter sind sie zudem in der Lage, die Notrufnummer 110 als anrufende Nummer auf den Telefon-Displays ihrer Opfer anzeigen zu lassen. Die Polizei hatte in der Vergangenheit mehrmals davor gewarnt: Wenn die Behörde anruft, erscheint niemals die Notrufnummer im Display. Angerufene können es also als Hinweis für einen Betrugsversuch werten, wenn die Nummer auftaucht.

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Neben jeder Menge Flyer, Infobroschüren und Aufstellern zum Thema haben die Ansprechpartner der Polizei und des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit (ASS) an diesem Wochenende auch Film- und Tondokumente als mediale Anschauungsobjekte dabei, um die Betrugsmachenschaften der Täter anschaulich zu präsentieren.

Zum Hintergrund: Trickbetrüger, die sich als vermeintliche Enkel, Polizeibeamte, Mitarbeiter der Stadtwerke oder als Handwerker ausgeben, beschäftigen die Polizei nicht nur im Kreis Mettmann, sondern im gesamten Bundesgebiet.

Gemeinsam ist den üblen Zeitgenossen, dass sie sich vornehmlich Senioren als Opfer ihrer kriminellen Machenschaften aussuchen. Sie appellieren an die in dieser Generation besonders ausgeprägte Hilfsbereitschaft und nutzen dies nach Angaben der Polizei schamlos aus – dies mit dem Ziel, an das Hab und Gut der älteren Menschen zu kommen.

Dass der Schutz vor diesen Betrügern nach wie vor wichtig ist, zeigt, dass die Kreispolizeibehörde Mettmann alleine am vergangenen Montag erneut über ein Dutzend von Anrufen so genannter falscher Polizeibeamter im Kreisgebiet registriert hat. Glücklicherweise kam es dabei nach aktuellen Erkenntnissen jedoch zu keinem Schaden.

Bereits in der Vergangenheit hatte die Polizei im Kampf gegen falsche Beamte große Info-Kampagnen gestartet. Der Personalaufwand ist hoch und kostet Kraft – dies neben all den anderen Dingen, die im großen Verantwortungsbereich der Kreispolizeibehörde Mettmann erledigt werden müssen.

Doch die Bilanz kann sich sehen lassen und bestätigt, dass sich die Strategie, verstärkt auf öffentliche Informationen zu setzen, ausgezahlt hat. Anders ausgedrückt: Die Polizei ist in die Offensive gegangen, hat den engen Kontakt zu den Bürgern gesucht.

So startete man zum Beispiel Anfang März 2019 die sehr zeit- und personalintensiven Aktionswochen in allen Städten des Kreises Mettmann, flankiert von zahlreichen weiteren Einsatz- und Präventionsmaßnahmen. In diesen Aktionswochen wurden beim polizeilichen Klinkenputzen an Haus- und Wohnungstüren kreisweit insgesamt 9143 Senioren persönlich angetroffen und intensiv beraten. Dabei stießen die Experten immer wieder auf großes Interesse an diesem Thema.

An 7510 Haushalten der Zielgruppe hinterließen die polizeilichen Berater ihr Info- und Präventionsmaterial in den Briefkästen. Bei Einsätzen des polizeilichen Info-Mobils in allen Städten und Stadtteilen des Kreisgebietes gab es insgesamt 5889 persönliche Beratungsgespräche.