Mettmann: Die Gesamtschul-Frage bleibt ein umstrittenes Thema

Mettmann: Die Gesamtschul-Frage bleibt ein umstrittenes Thema

Der Philologen-Verband und die Bürgerinitiative „Gesamtschule für Mettmann“ meldeten sich vor der heutigen Ratssitzung noch einmal zu Wort.

Die Gesamtschul-Debatte reißt nicht ab. „Schulentwicklung ohne Plan?“ – mit dieser Frage hat sich vor der heutigen Ratssitzung der Philologen-Verband NRW in die Diskussion eingeschaltet. Die Politik hätte mit Mehrheit im Schulausschuss den Weg für eine verbindliche Elternbefragung zur Gesamtschule in Mettmann im kommenden Jahr frei gemacht. „Höchstwahrscheinlich werden die Ratsfraktionen diesem Beschluss im Stadtrat zustimmen.“

Für den Philologen-Verband, ein gewerkschaftlicher Zusammenschluss von Lehrern, stellt sich die Frage, wer diese Gesamtschule besuchen wird. Naheliegend sei, „dass die gymnasial geeigneten Schüler weiter auf die Gymnasien gehen (vor allem nach der Rückkehr zu G9), so dass dies vor allem die Schüler sein werden, die bisher auf die Realschule gegangen sind, ergänzt durch die Hauptschüler, die Mettmann verlassen haben“. Doch dies entspreche nicht der Idee der Gesamtschule, warnt der Verband. „Spätestens, wenn die erste Jahrgangsstufe auf die Oberstufe zuläuft, stellt sich die Existenzfrage der neuen Gesamtschule.“

Selbst wenn man, so der Philogen-Verband weiter, die Drittelparität (ein Drittel Gymasialschüler, ein Drittel Real -, ein Drittel Hauptschüler) als eigentliche Grundlage einer solchen Schulform erreichen würde, wären es vermutlich zu wenige Schüler, um dauerhaft eine funktionierende und zahlenmäßig stabile Oberstufe garantieren zu können.

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Für den Philologenverband ist eine funktionsfähige Gesamtschule jedenfalls erst ab 130 bis 150 Schülern pro Jahrgang möglich. „Spätestens hier stellt sich wieder die Frage (und diese kommt schneller als gedacht), was man machen will – die neue Gesamtschule schließen, da eine Gesamtschule ohne Oberstufe rechtlich nicht möglich ist, oder ein Gymnasium zugunsten der Gesamtschule aufgeben?“, heißt es; und weiter: „Damit kann die Umfrage, soll sie ehrlich gestellt werden, nicht lauten, ob man in Mettmann zwei Gymnasien und eine Gesamtschule will, sondern, ob man in Mettmann ein Gymnasium und eine Gesamtschule anstrebt.

Unterdessen hat sich auch die Bürgerinitiative „Gesamtschule für Mettmann“ in einem Brief an die Fraktionen des Rates zu Wort gemeldet: Wenn alles so bliebe, würden in Mettmann nur noch Kinder in der Realschule und in den Gymnasien beschult werden können. „Die Antwort auf die längst ausgelaufene Hauptschule bleibt offen und die Antwort an die vielen Familien, die seit Jahren (teils Jahrzehnten) eine Gesamtschule in Mettmann fordern und die Kinder in die umliegenden Städte bringen, kann erneut nicht gegeben werden.“

Das könne nicht die richtige Antwort für Mettmann und auch nicht die richtige Antwort für die Mettmanner Schulen sein, betont die Bürgerinitiative. Aus ihrer Sicht könnten auch bei Gründung einer Gesamtschule die Gymnasien zukünftig weiterhin ausgelastet werden, zumal die Schülerzahlprognosen steigen. „Es wäre unverantwortlich, diese Potenziale nicht zu nutzen.“

(tws)
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