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Mettmann - Deutschlands größter Ladepark steht an der A3

Mega-Projekt von Tesla, Fastned und Schüren : Deutschlands größter Ladepark steht an der A3

Mit Unterstützung von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hat Bäckerei-Besitzer Roland Schüren, der auch am Jubiläumsplatz eine Filiale betreibt, das Mega-Projekt mehrerer Firmen im Gewerbegebiet Giesenheide in Hilden eröffnet. Perspektivisch sollen dort mehr als 100 Ladesäulen für Elektroautos entstehen. Der Strom kommt vom Dach – und bald auch aus der Luft.

Ein beeindruckendes Leuchtturmprojekt der Elektromobilität ist in den vergangenen Monaten im Gewerbegebiet Giesenheide entstanden. Der Ladepark für Elektroautos soll der größte Deutschlands sein und vor allem viele Niederländer nach Hilden locken. Bäckerei-Chef Roland Schüren hat ihn jetzt gemeinsam mit seinen Partnern des niederländischen Schnellladeunternehmens Fastned und des Autobauers Tesla offiziell eröffnet. Schüren hat für dieses Projekt die Firma „Seed & Greet“ gegründet. 18 Millionen Euro haben die drei Unternehmen laut eigener Aussage in das Projekt gesteckt. Bis zum Jahr 2022 sollen auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände 114 Lademöglichkeiten für Elektroautos entstehen, davon 62 Schnellladeplätze mit bis zu 300 kW Ladeleistung.

„Wir rechnen mit vielen Kunden aus den Niederlanden“, erklärt Roland Schüren. Denn Hilden liegt strategisch günstig auf dem Weg von Holland nach Südeuropa. Das hebt auch ein Tesla-Sprecher hervor, als er über den Ladepark in der Giesenheide spricht. „In fünf Minuten kann mit unserem neuen V3-Supercharger 120 Kilometer Reichweite laden“, erklärt er. In rund 15 Minuten habe man 80 Prozent der Akkuleistung erreicht. „Und auf Reisen muss man ohnehin irgendwann eine Pause machen“, sagt er. Da biete sich Hilden einfach an. Hier stößt die A3 auf die A46, hier fahren viele Menschen aus den Benelux-Staaten entlang. Aber auch die Metropolregion sei wichtig, die Nähe zu Köln und Düsseldorf. Roland Schüren geht davon aus, dass viele Elektroauto-Besitzer aus der Region in der Giesenheide Strom tanken werden, die zu Hause oder auf der Arbeit keine Möglichkeit dazu haben. Tesla hat laut dem Unternehmenssprecher an 540 Standorten in Europa mehr als 5000 Schnellladeplätze eingerichtet. „Denn gerade auf der Langstrecke wollen unsere Kunden nicht viel Zeit verlieren“, sagt der Sprecher. Wer sein Auto dagegen zu Hause oder auf der Arbeit lädt, braucht keine Schnellladestation. Denn dann kommt es nicht auf die Geschwindigkeit des Vorgangs an.

Der Strom für die Hildener Ladestationen stammt teilweise aus den riesigen Solaranlagen auf den überdachten Park- und Ladeplätzen. Später sollen noch zwei Klein-Windanlagen dazukommen. Die Energie kann in riesigen Akkus zwischengespeichert werden. Aufgestockt wird bei Bedarf mit Ökostrom der Stadtwerke. Angst vor einem Blackout brauchen die Hildener laut Schüren nicht zu haben: Selbst wenn der Ladepark unter Volllast arbeitet, könne in Hilden nicht das Licht ausgehen, sagt er.

Das Projekt „Seed & Greet“-Ladepark Hilden ist trotz der Eröffnung nun in Anwesenheit des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers Andreas Pinkwart noch nicht komplett fertiggestellt.

Wie geht es weiter? Im Herbst/Winter wird die endgültige Zufahrt an die Straße Nordpark gelegt. Tesla und Fastned planen für diesen Zeitraum darüber hinaus die Erweiterung der Schnellladestationen.

Bauabschnitt drei läuft bis Ende 2022 und schließt das Mega-Projekt ab. Auf dem Gelände soll bis dahin ein fünfstöckiges Gebäude mit Spezialbackstube, Büros und einer sogenannten Vertical Farm, die sich über mehrere Stockwerke zieht, gebaut werden. Darin sollen beispielsweise Salate und Beeren wachsen, die direkt vor Ort zu kleinen Gerichten und zu frischen Kuchen weiterverarbeitet werden sollen. „Das Café hat zunächst von 6 bis 20 Uhr geöffnet“, erklärt Roland Schüren. Wenn das fünfgeschossige Gebäude steht und der Ladepark komplett ausgebaut ist, soll der Betrieb auf 24 Stunden am Tag ausgeweitet werden.

Claus Pommer, Bürgermeister in spe, zeigte sich angesichts des Ladeparks begeistert und sprach von einem Meilenstein für die Elektromobilität in unserer Region. „Erfolgreiches Unternehmertum und Klimaschutz bilden keine Gegensätze“, sagte er.