Mettmann: Der Weg des Altpapiers

Vom Einsammeln bis zur Wiederverwertung : Das passiert mit unserem Altpapier

Die Wiederverwertung von Papier ist ein Beitrag zur Ressourcenschonung. Sie läuft in mehreren Stationen ab. Wir haben uns den Weg zurück zum Verbraucher einmal genauer angeschaut.

In manchen Haushalten fällt nach Entleerung des Papierkorbs ein kritischer Blick auf den Plan mit den Abholterminen: Denn so eine blaue Tonne kann schon mal schneller voll werden, als geplant. Papier, von allerlei Kartons über Zeitschriften bis zu alten Schulheften und Briefumschlägen, prägt schließlich unseren Alltag. Doch was passiert mit dem ganzen Material?

1. Station: Mettmann Zwischen 3300 und 3500 Tonnen Altpapier fallen allein in Mettmann pro Jahr an. Die Stadtverwaltung kümmert sich um den Abtransport. Die Abfuhr der blauen Tonne (Altpapier) erfolgt vierwöchentlich und wird in Eigenregie durchgeführt. Etwa ein Viertel des Papiers ist Verpackungsmaterial. Das vermarkten die Städte in der Regel selbst. Der Erlös aus den übrigen 75 Prozent, bestehend aus kommunalem Papier – zum Beispiel Brief- oder Schreibpapier – fließt an den Kreis Mettmann. Die Digitalisierung verändert diese Anteile, der Papierverbrauch sinkt. Der Preis für eine Tonne Altpapier liegt derzeit bei rund 80 Euro. Den Auftrag zur Weiterverwertung erteilt der Kreis. „Im Kreis sind die Recyclingwege gleichartig, da die Verwertung des Altpapiers kreisweit ausgeschrieben wird“, erläutert Angelika Dünnwald, Leiterin des städtischen Baubetriebshofs. Depotcontainer für Altpapier sind an über 20 Standplätzen im gesamten Stadtgebiet aufgestellt. Darüber hinaus können Papier, Pappe und Kartons auch auf dem städtischen Recyclinghof in der Hammerstraße 31 abgegeben werden. Dort können die Bürger selbst die größten Kartons abgeben, ohne diese vorher zerkleinern zu müssen.

2. Station: Langenfeld Auftragnehmer ist derzeit wiederum die Firma Remondis, die für die Lieferungen aus zehn Städten im Kreis vier Umschlagplätze unterhält. Das Papier der kreisangehörigen Städte gelangt dabei nach Langenfeld, wo es vorsortiert, von möglichen Störstoffen befreit und an papierverarbeitende Fabriken weiterverkauft wird. Für das nächste Jahr schreibt der Kreis die Verwertung übrigens wieder neu aus.

3. Station: Recycling in der Papierfabrik. Zu den Abnehmern des Altpapiers gehört unter anderem die Firma FS Karton. Die produziert an ihrem Neusser Standort unter anderem 350 000 Tonnen Faltschachtelkartons pro Jahr – Tendenz steigend. Der Betrieb läuft dabei 24 Stunden pro Tag. Das mit Lkw angelieferte Material wird gereinigt und maschinell aufbereitet. So entsteht binnen einer halben Stunde aus altem Papier ein neuer Karton. Ewig wiederholen lässt sich dieser Kreislauf freilich nicht: Sieben Mal könne man die Papierfasern recyclen, erklärt Dirk Nickel, Einkaufsleiter beim Unternehmen: „Die Faser wird immer kleiner und irgendwann aus dem System rausgefiltert.“

4. Station: Erneute Nutzung Der Erlös aus dem Verkauf des Altpapiers kommt letztlich komplett den Bürgern zugute. So senken die Reinerlöse aus der Verwertung von jährlich zirka 32.300 Tonnen Altpapier aus dem Kreis Mettmann die Abfallgebühren um über drei Millionen Euro. Ohne die Altpapiererlöse hätten die Entsorgungsgebühren nicht gesunken, sondern gestiegen. Und auch das Papier selbst findet in verschiedener Form, von der Müsli-Verpackung bis zum Toilettenpapier, den Weg zurück zum Verbraucher.

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