Vorsicht ist geboten, Hysterie nicht angebracht : EVK richtet Corona-Hotline ein

Klinik behält die Lage rund um die Uhr im Blick. Grundsätzliche Verhaltensregeln im Alltag schützen vor Ansteckung.

Früher oder später werde es wohl leider auch Deutschland treffen, hieß es über den Coronavirus. Nun ist es eher früher geworden. Doch auch, wenn Gesundheitsminister Jens Spahn den Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland konstatiert und natürlich Vorsicht geboten ist, ist Panik die falsche Reaktion.

Auf der Internet-Startseite des EVK Mettmann gibt es nun den Hinweis der Corona-Hotline, teilt das Ärzteteam um Clemens Stock, Ärztlicher Dirketor und Hygienebeauftragter, mit. Sie lautet 02104-773 353. „Menschen, die glauben, sie seien am Virus erkrankt, sollen nicht in die Notaufnahme kommen, sondern zunächst zu Hause bleiben und die Hotline kontaktieren“, bitten die Ärzte. Hier werden dann die ersten Abfragen telefonisch erfolgen. „Erst wenn aus dem Gespräch deutlich wird, dass der Patient ein begründeter Verdachtsfall ist – war er beispielsweise kürzlich in China, hatte er Kontakt mit einem Infizierten –, muss der Abstrich erfolgen. „Wir möchten natürlich vermeiden, dass Verdachtsfälle in Wartebereichen weitere Verdachtsfälle entstehen lassen – die Isolation ambulant, also in der häuslichen Umgebung ist daher zunächst wichtig“, erklärt Clemens Stock. Darüber hinaus ist es wichtig, bei den Desinfektionsmitteln auf die unterschiedliche Zielrichtung zu achten. Um einen effizienten Schutz zu erzielen, muss das Desinfektionsmittel virozit sein. Dennoch: auch das regelmäßige, gründliche Händewaschen mit Wasser und Seife erfüllt seinen Zweck und wäscht Viren ab.

Auch der Kreis Mettmann informiert über den Coronavirus auf seiner Homepage. Sie ist im Netz via www.kreis-mettmann.de/Weitere-Themen/Gesundheit/Ansteckende-Krankheiten/Coronavirus zu erreichen. „Und auch wir verwiesen auf die Hotline des Landes, da es zurzeit noch keine Kreis-Mettmann-spezifische Lage gibt“, erklärt Daniela Hitzemann, Pressesprecherin für den Kreis Mettmann.

Wie alarmiert Bürger sind, zeigte sich Donnerstagmorgen: Vor Apotheken bildeten sich Schlangen. Hygienemasken seien ausverkauft, Desinfektionsgel war nur noch von einer Marke statt wie sonst von sechs verschiedenen zu haben. Ein echter Ansturm herrscht auch in Drogerien auf Einweghygienemasken. Unterscheiden kann der Käufer die verschiedenen Masken nach der sogenannten Schutzklasse „FFP“, was für „Filtering Face Piece“ steht. Hierbei handelt es sich um Schutzklassen, die anhand von Zahlenwerten beschreiben, wie viele kleinste Partikel ein Filter noch durchlässt. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Masken ab einem Wert von zwei. Auch das EVK Mettmann schließt sich dieser Empfehlung an.

Weil in Drogerien die Regale auch für Tücher, Gele oder Seifen zur Desinfektion leer sind, werden „verstärkt Bestellungen für diese Hygieneschutzprodukte“ aufgegeben, wie Mitarbeiterin Julia Klan erklärt, wie die Lücken zeitnah aufgefüllt werden. Allerdings müsse der Vorrat aus den entsprechenden Lagern auf alle Filialen der jeweiligen Drogeriemarktkette verteilt werden – damit keine Lieferengpässe entstehen, arbeiten die Hersteller an entsprechendem Nachschub. „Die Leute wollen sich mehr eindecken und so werden wir einen entsprechenden Vorrat an Präventionsprodukten anbieten“, sagt die Drogerie-Mitarbeiterin.