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Mettmann: Corona durchkreuzt Hochzeitspläne

Paare in Mettmann müssen umplanen : Corona durchkreuzt Hochzeitspläne

Angesichts des Corona-Virus müssen viele Paare ihre Feste absagen – auch etliche Unternehmer müssen umplanen.

Es sollte einer der schönsten Tage im Leben zweier Liebenden werden: der Hochzeitstag. Viele Paare feiern diesen Tag gemeinsam mit etlichen Freunden und der Familie. Doch wegen der Corona-Pandemie müssen nun etliche Feste abgesagt werden.

Auch Dana Maureen Shephard und ihr Verlobter Angelo Hardt mussten diese Entscheidung treffen. „Zuerst haben wir die Lage belächelt“, erinnert sich Shephard, als nach Karneval die Berichterstattung über das Virus und den ersten Fall im Kreis Heinsberg entbrannte. „Wir waren anschließend sogar noch beim Floristen und Caterer und dachten, so schlimm kann das nicht werden.“ Wurde es dann aber doch.

Am 16. März saßen Shephard und ihr Partner auf dem Sofa in ihrer gemeinsamen Wohnungen und mussten die traurige Nachricht an die rund 90 Gäste verschicken: Das Fest wird abgesagt. „Wir haben die Entscheidung vorsorglich getroffen, denn es soll sich auch keiner der älteren Verwandten bei dem Fest anstecken – es soll einfach keinen faden Beigeschmack geben“, sagt sie.

Die größten Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind im öffentlichen Leben vorerst bis zum 19. April zu erwarten. Nach Angaben der Stadt Mettmann sind insgesamt zehn Paare, die auf dem Mettmanner Standesamt heiraten wollten, unmittelbar betroffen. Zwei Paare haben ihre Trauung daraufhin komplett abgesagt.

Die Trauungen finden zwar weiterhin statt: Seit dem 23. März allerdings nur noch mit dem anwesenden Brautpaar. „Die meisten Städte im Kreis Mettmann handhaben das auch so, es gibt aber auch Städte wie Wuppertal, wo Trauungen komplett abgesagt wurden“, sagt Thomas Lekies, Sprecher der Stadt Mettmann. Die Lage habe sich in den vergangenen Tagen zunehmend verschärft und das Standesamt habe immer wieder neue Hiobsbotschaften an die Verlobten weitergeben müssen.

Neben den Paaren leidet auch ein ganzer Wirtschaftsstrang unter der Absage der Hochzeiten. Shephard und Hardt mussten unter anderem Bestellungen beim Caterer und Floristen sowie den gebuchten DJ absagen und die Raumbuchung stornieren.

„Ich bin froh, dass ich mein Unternehmen führe, wie eine schwäbische Hausfrau“, sagt Gabi Förster. Die Fotografin aus Mettmann hat nicht nur ein eigenes Fotostudio und begleitet Hochzeiten, sie hat sich auch ein zweites Standbein als Webdesignerin aufgebaut. „Diese Kunden, die eigentlich noch ein halbes Jahr hätten warten müssen, kann ich jetzt vorziehen“, sagt sie optimistisch. Krisen, wie die Wirtschaftskrise 2008, hätten sie gelehrt, nicht nur auf Geschäftsmodell zu setzen. Für Bodo Herlyn, der gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Constanze Backes die Kulturvilla in Mettmann führt, die gerne als gute Stube auch für Hochzeitsfeste genutzt wird, hat die Pandemie jedoch große Auswirkungen auf ihren Betrieb. „Unser Umsatz ist komplett auch Null herunter gegangen“, sagt Herlyn.

Die Kommunikation mit den Paaren habe er aber als sehr positiv erlebt: „Keiner wollte seine Planung komplett über Bord werfen – wir haben die Feste einfach auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.“ Trotzdem bleibe es aber ein Einbruch, denn auch die Samstage im kommenden Jahr seien begrenzt. Langfristige Planungen für Feste – mehrere Jahre im Voraus – würden sie derzeit ermöglichen.

Auch Shephard und Hardt wollen ihr Fest auf jeden Fall nachholen: „Wir haben eigentlich nichts komplett abgesagt, sondern immer nur auf ein ungewisses Datum verschoben.“ Und weil ein anderes Hochzeitspaar abgesagt hatte, konnten sie die standesamtliche Hochzeit nun sogar vorziehen. Ihr neues Hochzeitsdatum – der 30. März 2020 – lese sich noch ein bisschen schöner als der 17. April. Und wenn alles gut geht, können die engsten Verwandten sogar doch bei der Trauung dabei sein: via Livestream im Internet.

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