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Mettmann: Corona-Diagnosezentrum am EVK

Anlaufstelle für Risikopatienten : Corona-Diagnosezentrum am EVK

Seit Donnerstagvormittag, 10 Uhr, gibt es auf dem Gelände des EVK Mettmann eine zentrale Anlauf- und Analysestelle. Menschen mit Verdacht auf eine Coronavirus-Erkrankung wird hier nach Terminvergabe ein Rachenabstrich entnommen.

Der Kreis Mettmann hat die Abklärung möglicher Corona-Fälle weiter professionalisiert. Ab sofort werden Menschen, die zuvor eine entsprechende Aufforderung erhalten haben, in einer sogenannten mobilen Unfallhilfsstelle untersucht. Die befindet sich auf dem Gelände des EVK Mettmann. „Jedweder Verdacht auf das Virus Covid-19 ist damit komplett separiert“, betont Clemens Stock, Ärztlicher Direktor des EVK, über den Klinikalltag. Der reguläre Betrieb des EVK mit beispielsweise allen planbaren Operationen, Geburten oder Notfällen ist durch die zentrale Anlaufstelle „in keiner Form beeinträchtigt“.

Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Rudolf Lange klärte anlässlich der Inbetriebnahme des Corona-Diagnosezentrums über Verfahrensweisen auf . Foto: teph/Köhlen, Stephan (teph)

An der Gartenstraße rechnet das Ärzteteam mit derzeit null bis drei Patienten am Tag. Noch sei die Lage entspannt, bilanziert Kreisgesundheitsamtleiter Rudolf Lange. „Welche Entwicklung sich ergibt, wissen wir nicht“, natürlich sei mit weiteren Fällen zu rechnen. Viele seitens der Bürger befürchtete Verdachtsmomente hätten sich auch durch die versierte Abfrage sowohl am Bürgertelefon als auch an der vom EVK betreuten Hotline als nicht gravierend entpuppt. An diesen Notfallnummern kann durch einen vom Robert-Koch-Institut entwickelten Fragekatalog verifiziert werden, was wohl bloß Erkältung, eine Influenza oder eine Ansteckung mit Coronavirus ist.

„Wir haben mit der mobilen Unfallhilfsstelle eine Struktur für die derzeitige Lage geschaffen“, führen Rudolf Lange und Clemens Stock aus. Würde die Fallsituation dramatisch steigen, ließen sich die „Kapazitäten sofort erweitern. Wir haben über alle Eventualitäten nachgedacht.“ Vor Ort wird keine „Laufkundschaft“ vorstellig. Untersuchungstermine werden vom Gesundheitsamt koordiniert und individuell nach Abklärung über das Service-Telefon des Kreises vergeben.

Hygiene-Fachkräfte und Ärzte betreuen an der etwa vier Quadratmeter großen Analysestation. Sie wird nach jedem Patienten desinfiziert. Dort werden sie beispielsweise von Hygienefachkraft Boris Ulitzka, gesichert durch einen entsprechenden Schutzanzug, zum Rachenabstrich gebeten. Dabei wird immer auf Influenza und Corovid-19 getestet. Die Probe wird ins Labor geschickt. Nach acht bis 24 Stunden liegt das Ergebnis vor. Selbst wenn das Ergebnis der entnommenen Probe positiv ist, wird geprüft, ob ein Klinikaufenthalt zwingend notwendig ist. „Das wird von Fall zu Fall entschieden“, zuweilen reicht es, jemanden zu Hause in Absonderung zu setzen. Allerdings wird ein Kontaktcheck, also wann wo mit wem Kontakte gepflegt wurden, vorgenommen.

Nach wie vor sei wegen des Coronavirus Vorsicht geboten, Panik oder Hysterie sind falsch. „Für die meisten Menschen ist diese Krankheit nicht gefährlich“, betont Johannes Podlinski, Hausarzt in Ratingen, und als Vorsitzender der Kreisstelle der kassenärztlichen Vereinigung an der Struktur der Einrichtung beteiligt. Denn nicht nur die Diagnostikstelle selbst wurde Donnerstag in Betrieb genommen. Parallel übernimmt es der Fahrdienst des Malteser Hilfsdiensts diejenigen, die nicht zum EVK Mettmann kommen können, den Rachenabstrich Zuhause vorzunehmen. Termine werden vom Gesundheitsamt koordiniert.

Unterdessen gibt es in Erkrath einen zweiten bestätigten Erkrankungsfall, wie der Kreis informiert. Es handelt sich um eine Frau, die auf einer Großveranstaltung in Berlin Kontakt mit einem Erkrankten hatte. Die Frau (ohne familiären Anhang) wurde zuhause abgesondert und steht unter Beobachtung. In Ratingen ist eine Schülerin der Helen-Keller-Schule betroffen. Auf Empfehlung des Gesundheitsamtes bleibt die Förderschule am Freitag vorsorglich geschlossen.