Mettmann: Boule ist mehr als nur ein Freizeitsport

Das Spiel mit den Kugeln wird immer beliebter : Boule ist mehr als nur ein Freizeitsport

Den Sport kann man fast das ganze Jahr ausüben. Hierzulande wird er immer beliebter.

Bei vielen weckt es schöne Urlaubserinnerungen. Es birgt einen Mix aus Gelassenheit, Geselligkeit, aber Geschicklichkeit und Präzision. Boule ist ein Sport, der einfach auszuüben, aber dessen Spiel auch schwer zu gewinnen ist.

Wie beliebt Boulespielen heutzutage ist, kann man im Kreis Mettmann gut beobachten. Allein in Mettmann sind in den vergangenen Jahren zwei Boule-Plätze in Eigenregie entstanden, die Stadtverwaltung errichtete in diesem Jahr in Metzkausen eine weitere Bahn und in Erkrath gibt es mit dem Cercle des Pétanqueurs sogar einen eigenen Verein. Zwar sind die Bahnen in den wärmeren Monaten stärker frequentiert, doch sofern es nicht zu nass ist, kommen auch jetzt nach Spieler für eine Partie zusammen.

In Mettmann-Süd hat sich der Bouleplatz an der Mozartstraße unweit des Caritas Altenstifts zum zentralen Treffpunkt entwickelt. Hier kommen die Anwohner generationsübergreifend zusammenkommen, um zu spielen oder sich zu unterhalten. „Wenn ich könnte, würde ich es zum Volkssport erheben“, sagt Edda Schulz. Sie gehört zu den Spielern, die regelmäßig den Bouleplatz aufsuchen. Viele der Südler haben sich durchs Boule im Stadtteil kennen und gemeinsam das Spiel lieben gelernt.

Im Juni 2012 war der Platz von fleißigen ehrenamtlichen Helfern des Quartierprojektes in Eigenregie gebaut worden. Einen Monat später feierte man mit einem Turnier die Eröffnung. Doch Turniere sind eher eine Seltenheit, der Platz dient als Boulespielfeld für Hobbysportler. Seitdem treffen sich an drei Nachmittagen in der Woche regelmäßig verschiedene Boule-Gruppen, die meist aus älteren Herrschaften bestehen. Vorausgesetzt das Wetter stimmt. Doch auch jüngeres Publikum nutzt den Platz.

Auf der zwölf Meter langen und 2,50 Meter breiten Anlage können drei Mannschaften gleichzeitig spielen. Die Gründe, warum die Südler hier zusammenkommen sind vielfältig. „„Es mach Spaß, und verbindet Geselligkeit mit Bewegung und Kommunikation“, erklärt Helga Rick. Sie ist zwar keine echte Südlerin, kommt aber extra hierher, weil der Freizeitsport so vielfältige Möglichkeiten bietet.

Dass Boule nicht nur ein Spiel ist, zeigt sich an unterschiedlichen Veranstaltungen im Quartier, die damit einhergehen. Insbesondere in den Sommermonaten sitzen die Spieler nach mehreren Partien noch zum Klönen zusammen, manchmal auch mit einem Glas Rotwein. Da Boule spielen nicht nur ein Sport ist, sondern auch ein Stück des französischen Lebensgefühls transportiert, hat es auch schon französische Abende gegeben. Auch auf gemeinsame Wanderungen begibt sich die Boule-Gruppe.

Auch im Mettmanner Stadtwald gibt es wieder einen Bouleplatz. Nach Jahrzehnten wurde die Anlage von der Initiative Goldberg erst im Oktober reaktiviert. Wie in Mettmann-Süd soll auch die Anlage im Stadtwald als Kommunikationsplatz genutzt werden, sagt Renate Stricker, Sprecherin der Initiative Goldberg. Bei trockenem Wetter bietet die Initiative allen Interessierten mittwochs ab 15 Uhr das Kennenlernen des Boulespiels an und weist daraufhin, dass das Spiel für alle Altersgruppen geeignet sei- Kinder seien ausdrücklich willkommen. Zusätzlich erklärt ein Schild an der Anlage allen Neulingen die Regeln. Kugeln können nach Hinterlegung eines Pfands im Stadtwaldhaus ausgeliehen werden.

Noch ganz neu ist auch der Boule-Platz im Gustav-Comberg-Park. Da der Park  wegen einer Baustelle in Mitleidenschaft gezogen worden und für die Bürger Metzkausens kaum nutzbar war, hatte der Stadtrat zur Wiederherstellung  der Parkanlage Geld zur Verfügung gestellt. Damit wurde unter anderem ein Boule-Platz mit einer Bahn errichtet.

Etwas professioneller geht es beim Bouleverein Cercle des Pétanqueurs in Erkrath zu. Der Verein wurde vor 31 Jahren gegründet. am 13. Februar 1987 gegründet. Jedes Jahr am 1. Mai findet das internationale Bouleturnier in Erkrath statt, regelmäßig gibt es für die Vereinsmitglieder Trainingseinheiten. Doch wer zum Boulodrôme des Erkrather Vereins kommt, muss nicht zwangsläufig Turniere spielen, versichert der sportliche Leiter Norbert Koch. „Hier kann man auch einfach so zum Boule spielen zusammen kommen und einen schönen Tag verbringen.“

(isf)
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