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Mettmann: Anwohner fragen erneut nach Verkehrslärm auf der Nordstraße.

Politik in Mettmann : Wer macht die Nordstraße leiser?

Vor mehr als einem Jahr protestierten die Anwohner vor allem gegen schwere Lastwagen vor ihren Fenstern. Nun fragen sie entnervt im Bürgerausschuss nach: Was ist seither passiert? Die Stadt verweist auf die Kreisverwaltung.

Wie steht es um den vor mehr als einem Jahr angeprangerten Verkehrslärm auf der Nordstraße? Anwohner fragen sich: „Was ist denn eigentlich aus unseren Beschwerden geworden?“ Der Baudezernent denkt: „Wieso beklagen die sich, das habe ich doch schon vor Monaten in einem Ausschuss erzählt.“ Derweil rumpeln die Lastwagen weiter über die Nordstraße. Eine Anwohnerinitiative hatte den Straßenlärm dort beklagt und ein Durchfahrtverbot für Lastwagen gefordert. Es gibt sogar einen Beschluss des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Verkehr. Weil daraufhin scheinbar nichts geschah, werden die Beschwerdeführer nun erneut vorstellig – jetzt im Bürgerausschuss (16. August, 17 Uhr, Rathaussaal). Sie regen eine verpflichtende, regelmäßige Berichterstattung über die Umsetzung von Beschlüssen an. Und erfahren, quasi nebenbei, wie es mit ihrem Anliegen weitergegangen ist.

Denn in seiner Antwort weist Baudezernent Kurt-Werner Geschorec darauf hin, dass das Lkw-Verbot von der Straßenverkehrsbehörde des Kreises längst abgelehnt worden sei. Bevor man über ein Tempolimit entscheiden könne, hätten die Experten des Kreises ein Lärmgutachten gefordert und bekommen. Darüber brüten sie im Kreishaus schon seit Monaten. Eine Kreissprecherin sagte auf Nachfrage unserer Redaktion: Innerhalb der nächsten vier Wochen käme man im Kreis zu einer Entscheidung.

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Rückblick: Seit 2015 die Seibelquerspange eröffnet wurde, donnern viele 40-Tonner durch die Nordstraße. Mitunter kann es passieren, dass Anwohner frühmorgens senkrecht im Bett stehen, weil gefühlt ein Lastwagen durch das Schlafzimmer brettert. Anwohner Günter Meckel und Monika van der Knapp versammelten die Nachbarn zu einer Anti-Lärm-Initiative.

Neben dem Lärm störte die Hausbesitzer an der Nordstraße auch, dass die neue Verkehrsführung in Mettmann den Wert ihrer Immobilien mit einem Schlag deutlich senkte. Denn wer will schon ein Haus erwerben, vor dem Tag für Tag der Schwerverkehr Gas gibt? In Teilen der Nordstraße gilt mittlerweile ein Tempo 30. Aber eben nicht auf der gesamten Straße. Bevor dies eingerichtet werden könne, wollte der Kreis ein Lärmgutachten vorgelegt bekommen. Das habe die vorgesetzte Fachbehörde erhalten, schreibt Baudezernent Kurt-Werner Geschorec; eine abschließende Entscheidung über ein Tempolimit auf der Nordstraße gebe es allerdings nicht.

Günter Meckel hofft, dass über das Tempolimit bald weiterdiskutiert werden kann. In der Zwischenzeit regt er an, die Mobilen Tempodisplays der Stadt wieder auf der Nordstraße aufzustellen. Denn wenn den Auto- und Lastwagenfahrern ihr eigenes Tempo vor den Augen blinkt, bremse das die Fahrer unmittelbar ein. Der motorisierte Verkehr werde langsamer und leiser. Da die Nordstraße so stark von Durchgangsverkehr belastet sei, lasse sich dort mit den Displays ein viel größerer Effekt erzielen, als in anderen, weit ruhigeren Anwohnerstraßen, so argumentiert Meckel in einer zweiten Eingabe für den Bürgerausschuss. Die Displays sollten seiner Meinung möglichst dauerhaft auf der Nordstraße bleiben.

Auch hier bekommt er nur teilweise recht von Baudezernent Kurt-Werner Geschorec. Verkehrsbeobachtungen hätten gezeigt, dass insbesondere in den ersten Tagen nach Aufstellung eines solchen Geschwindigkeitsdisplays der größte Effekt auf das Verkehrsverhalten festzustellen sei. Je länger eine mobile Geschwindigkeitsanzeige an einem Ort verbleibe, desto häufiger werde sie übersehen. Wegen dieser Eingewöhnungsphase spricht die Geschorec dafür aus, dass die Stadt Mettmann – wie bisher – den Standort der mobilen Geschwindigkeitsmesser immer mal wieder wechselt.

Zusätzliche Displays anzuschaffen, um sie fest auf der Nordstraße zu installieren, hält Geschorec laut seiner Antwort nicht für sinnvoll. Der mit Aufstellung, Unterhaltung und Standortwechsel verbundene personelle Aufwand sei bereits jetzt kaum leistbar.