Mettmann: Anwohner ärgern sich über zu viel Verkehr

Anwohner in Mettmann sind sauer : Nordstraße: Tempo 30 gefordert

Anwohner treffen sich bei der SPD und diskutieren mit Stadt und Kreis.

Jürgen Memmer ist sauer: Vor elf Jahren hatte er sich ein Haus in der Nordstraße gekauft. Schon zum Zeitpunkt seines Einzuges habe es dort intensive Motorengeräusche gegeben. Doch kamen seitdem vielerlei Faktoren hinzu, die die Lärmentwicklung erhöhte. Memmer bezeichnet die Lebensqualität in der Straße jetzt als „grausam“. Denn das Verkehrsaufkommen habe ein inakzeptables Ausmaß angenommen: „Unser Schlafzimmer geht zwar nach hinten raus, doch hören wir bei geöffnetem Fenster jedes Motorengeräusch von der Nordstraße über die Dächer herüber dringen.“

All das hat Jürgen Memmers Geduldsfaden nicht nur zum Schwingen, sondern zum Reißen gebracht – und die von zahlreichen weiteren Anwohnern auch. Die „Initiative Nordstraße“, hervorgebracht von Memmer und seinem Mitstreiter Klaus Lüttenberg, hat in Verwaltung und Politik nach Ansprechpartnern mit offenen Ohren gesucht und diese in der Mettmanner SPD schließlich gefunden. Berthold Becker, stellvertretender Bürgermeister, zeigte sich gegenüber der Initiative sehr aufgeschlossen und stattete Memmer sogar einen mehrstündigen Besuch ab, um sich einen persönlichen Eindruck vom Lärm zu machen. Becker und weitere Mettmanner Sozialdemokraten sowie Anwohner aus der Nordstraße veranstalteten jüngst eine gemeinsame Sitzung des „Arbeitskreises Stadtentwicklung“, um über die aktuelle Situation zu diskutieren.

Auch mit dabei: Bürgermeister Thomas Dinkelmann sowie Manfred Krick, SPD-Kreistagsmitglied und stellvertretender Landrat. Die Forderung aller anwesenden Personen: Tempo 30 in der Nordstraße anstatt des bisherigen Tempo 50. Mit dem Tempolimit erhofft man sich, der Lärmbelästigung sowie dem Verkehrsaufkommen Herr zu werden. Bürgermeister Dinkelmann macht Hoffnung: „Politik und Verwaltung haben deckungsgleiche Absichten mit der Nordstraße. Von meiner Seite aus kann dort eine Tempo 30-Straße entstehen, doch der Kreis ist noch ganz anderer Auffassung.“

Jürgen Memmer und Klaus Lüttenberg legten weitere  Beobachtungen vor: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum eine Mettmanner Firma mit ihren 7,5-Tonnern unsere Straße derart frequentiert, als sei es das eigene Werksgelände.“ Eigentlich sei die Osttangente für Schwerlastverkehr vorgesehen. Viele Anwohner zogen weitere Beispiele hinzu – der Busverkehr staue sich die ganzen Nordstraße entlang; die vielen Lastwagen führen auf den Bürgersteigen und seien eine ernst zu nehmende Gefahr für Kinder; und Fahrradfahrer seien genötigt, auf Bürgersteige auszuweichen, da sie vom Straßenverkehr schnell überfordert seien.

Manfred Krick zeigte sich dem gegenüber eher sachlich: „Den Schwerlastverkehr umzuleiten oder die Nordstraße nur für Anlieger befahrbar zu machen, halte ich für nicht durchführbar, da wir hier von einer wichtigen Verbindungsstraße sprechen.“

Das letzte Wort werde zwar der Kreis haben, unterstrich Bürgermeister Dinkelmann, doch sehe er alsbald eine Verbesserung auf die strapazierten Anwohner zukommen.

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