Mettmann: Alleinstehende feirn gemeinsam Weihnachten

Christfest in Mettmann mal anders gefeiert : Mit ihnen sind Alleinstehende nicht einsam

Keiner muss Heiligabend alleine sein. Dafür sorgen Ehrenamtler mit einer Feier.

An Weihnachten sollte niemand alleine sein. Dennoch sind es viele, unter ihnen – dem demografischen Wandel geschuldet – viele ältere Menschen. Sei es, weil sie geschieden oder verwitwet sind oder die Kinder in der Ferne leben. Oliver Pahl vom „Runden Tisch für Seniorenfragen“ weiß: „Es gibt sehr viele zurückgezogene Menschen.“ Damit diese alleinstehenden Senioren ihren 24. Dezember nicht alleine verbringen müssen, wurde 2002 die Weihnachtsfeier am Heiligen Abend ins Leben gerufen.

Die erste Feier fand mit 12 Gästen im Netzwerk-Treff statt. Als dieser schloss, zog die Heiligabend-Feier ins Gemeindehaus an der Friedhofstraße um. Seit 2009 finden die Feiern mit fünfzig bis sechzig Gästen in der Senioren-Einrichtung Carpe Diem statt, die ihr Restaurant „Vier Jahreszeiten“ zur Verfügung stellt. Einrichtungsleiter Volker Paikert ist diese Veranstaltung wichtig, damit der festliche Heiligabend „kein trauriger Tag ist“.

Eingeladen sind alle alleinstehenden Senioren, die einen besinnlichen, aber auch fröhlichen Heiligen Abend in Gemeinschaft verleben möchten. Hier gibt es nicht nur leckere Köstlichkeiten, der Weihnachtsmann bringt auch jedem eine Geschenktüte mit. „Die größeren Geschenke, wie Frisör-Gutscheine oder Trollis werden bei der Tombola verlost“, sagt Paikert. Alle Geschenke wurden von Mettmanner Unternehmen gesponsert.

Auch für ein festliches Programm wird gesorgt. So gibt es Leierkasten-Musik und Geschichten in Mettmanner Mundart, die Familie Backes aus der Kulturvilla wird mit Musik und Gesang für besinnliche Momente sorgen. Damit sich alle Gäste wohlfühlen, sorgen rund zehn Ehrenamtliche während der Feier für alles – von der Begrüßung über die Betreuung bis zur Organisation der Rückfahrt, die vom Haus Carpe Diem organisiert wird.

Doro und Konrad Brucki sind vom ersten Tag an dabei. „Es wurden damals Ehrenamtliche gesucht“, erinnern sie sich, „und weil wir an Heiligabend nicht feiern, sondern erst am ersten Weihnachtsfeiertag, haben wir uns gemeldet.“ Es sei immer ein sehr schönes Fest gewesen. „Wir haben uns immer gefreut.“ Ihr Engagement gründet auf christlichem Glauben, „für den Nächsten da sein“.

Karin Hornfeck ist bereits seit zehn Jahren dabei. „Ich kam dazu, weil ich meine Mutter hier im Heim hatte“, erzählt sie. So hat sie ebenfalls an der Feier teilgenommen. Als sie sah, dass Hilfe gebraucht wurde, packte sie mit an und wurde daraufhin gefragt, ob sie nicht wieder helfen würde. Uschi Backeshoff kannte solche Feiern aus Düsseldorf und gehört auch schon seit vielen Jahren zu den fleißigen Helfern. „Die Resonanz, die wir von den Gästen begegnen zeigt: was wir machen ist nicht für die Katz.“ Eine Erfahrung, die Konrad Brucki gerne bestätiget: „Ich werde immer schon im Sommer auf die Feier angesprochen.“

Frank Müller wurde ebenfalls angefragt, ob er sich bei der Heiligabendfeier engagieren möchte. „Dieses Jahr mache ich die Kasse und die Technik“, verrät er. So ist also wieder alles vorbereitet und Alleinstehende können sich auch in diesem Jahr auf eine festliche Heiligabend-Feier freuen.