Verkehr in Mettmann ADFC fordert mehr Einsatz für das Rad

METTMANN · Der ADFC-Vorsitzende Jens Reiter lobte beim Bürgerverein Metzkausen die Radverkehrskonzepte, kritisierte aber das Tempo der Umsetzung. Der Fahrrad-Mann bekam kritische Fragen nach Rennradlern und Pedelec-Nutzern gestellt.

 Jens Reiter vom ADFC sagt: Autofahrer sollten in Mettmann öfter aufs Fahrrad umsteigen. Am Dienstag war Reiter beim Bürgerverein Metzkausen.

Jens Reiter vom ADFC sagt: Autofahrer sollten in Mettmann öfter aufs Fahrrad umsteigen. Am Dienstag war Reiter beim Bürgerverein Metzkausen.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Beim monatlichen Stammtisch des Bürgervereins Metzkausen im Ratskeller erinnerte der Vorsitzende Gregor Neumann am Dienstagabend daran, dass der Vorstand seit fast drei Jahren bemüht sei, den Allgemeinden Deutschen Fahrrad Club, ADFC, Ortsgruppe Mettmann, einzuladen. Jetzt passten die Terminkalender zusammen. Jan Reiter, der ADFC-Ortsvorsitzende, sprach zum Thema Radverkehr in Mettmann.

Jan Reiter stieg direkt in das Thema ein. Er verwies auf die von der Politik eingehend beratenen Radwegekonzepte für die Stadt und den Kreis Mettmann. „Es sind eigentlich gute Radwegekonzepte, bei deren Erstellung der ADFC aktiv mitgewirkt hat. Was nützen uns aber Berge von Papier? Es fehlt die praktische Umsetzung der Radwegekonzepte. Da gibt es leider noch viele bürokratische Hürden“, kritisierte Jens Reiter ohne Umschweife. Er nannte auch das Ziel des Radwegekonzeptes für Mettmann. „Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr in Mettmann auf 15 bis 20 Prozent steigen.“ In einer gelungenen Power-Point-Präsentation gab er einen Überblick über die Radwegesituation in Mettmann und verwies auf Straßen, in denen es nicht einfach sei, sichere, gut gekennzeichnete Wege mit genügend Abstand zum Autoverkehr einzurichten.

Wichtig seien zudem geeignete Abstellmöglichkeiten für die Fahrräder. Hinsichtlich der Abstellmöglichkeiten machte er auf Nachfrage der Diskussionsteilnehmer deutlich, dass er nicht nur Kritik, sondern auch Lob verteilen könne. „So sind beispielsweise die Abstellmöglichkeiten für die Fahrräder sowohl am Heinrich-Heine-Gymnasium als auch am Konrad-Heresbach-Gymnasium recht gut.“

Ausführlich ging der Referent auf die Beschilderung der Radfahrwege ein und machte den Stammtischteilnehmern durch Bildmaterial deutlich, wie die Wegenutzung und die Vorfahrtsberechtigung für die Fahrradfahrer geregelt sind. Reiter schilderte die Probleme für die Radfahrer unter anderem bei der Nutzung der Nordstraße, der Düsseldorfer Straße und des Wanderswegs. Er machte deutlich, dass der ADFC sich regelmäßig mit der Stadtverwaltung und anderen Behörden in Verbindung setze, um Verbesserungen für Radfahrende zu erzielen.

Einige Mitglieder machten darauf aufmerksam, dass es zuweilen schwierig sei, ein Einvernehmen mit Radfahrenden auf Sport- oder Rennrädern zu finden, die sich zuweilen merkwürdig verhielten. „Die haben ja nicht einmal eine Klingel am Fahrrad, um sich bemerkbar machen zu können“, beschwerte sich ein Teilnehmer. Jens Reiter konnte die Beschwerde verstehen, wies aber darauf hin, dass normale Radfahrer und Fahrer auf Sport- oder Rennrädern im Radverkehr als gleichberechtigt gelten.

Näher angesprochen wurde auch das Thema E-Bike. Verschiedene Teilnehmer machten deutlich, dass E-Biker des öfteren den Eindruck vermittelten, als könnten sie dieses schwere Gefährt gar nicht beherrschen. Reiter verwies darauf, dass der ADFC Mettmann für Umsteiger vom Fahrrad auf E-Bike kostenlose Kurse zum sicheren Umgang mit diesem Gefährt in Nähe der Kreisverwaltung anbietet. „Diese Kurse sind sehr gefragt“, betonte er.

Der Vorsitzende des ADFC-Ortsvereins appellierte an alle Mettmanner. In der Bevölkerung müsse ein Umdenken stattfinden, betonte er. Autofahrer sollten vor allem auf Kurzstrecken das Fahrrad als Alternative zum Auto begreifen. Jens Reiter selbst ist übrigens ein gutes Beispiel und Vorbild. „Ich fahre jeden Tag von Metzkausen aus in mein Büro nach Düsseldorf-Lörick und von dort wieder zurück.“ Auch bei Regen.