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Mettmann - 59-jähriger Fahrer verreißt Steuer wegen Spinne im Auto

Schwerer Unfall in Mettmann : 59-jähriger Fahrer verreißt Steuer wegen Spinne im Auto

Während der Fahrt hat sich eine Spinne vor den Augen eines 59-Jährigen abgeseilt. Der Mann war Polizeiangaben zufolge so irritiert, dass er gegen einen Baum gerast ist. Er musste schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Der 59-Jährige hatte laut Polizei bei dem Versuch, die Spinne fortzuwischen, das Lenkrad verrissen und war von der Straße abgekommen. Bei dem Aufprall erlitt der Mann schwere Verletzungen und wurde wenig später mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Der Unfall ereignete sich am Sonntagmorgen in Velbert.

Wie die Polizei mitteilte, entstand ein Gesamtschaden in Höhe von rund 15.500 Euro und das Fahrzeug musste abgeschleppt werden. Die Spinne konnte nicht gefunden werden.

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen durch Insekten im Auto. 2017 hat in Kaiserslautern eine Frau aus Schreck vor einer Spinne ihr Auto zu Schrott gefahren. Die 23-Jährige musste damals mit einem Schleudertrauma ins Krankenhaus gebracht werden.

Fahrlehrer mahnt zu Besonnenheit

Doch wie reagieren, wenn man einfach Angst vor Spinnen oder Wespen hat, so ein Insekt aber unvermittelt vor einem auftaucht, während man am Steuer sitzt? Volker Freigang ist stellvertretender Vorsitzender des Fahrlehrerverbands NRW und arbeitet selbst seit rund 35 Jahren in dem Beruf. Er sagt: "Man kann solche Situationen nicht trainieren." Als Fahrlehrer könne man den Fahrschülern allenfalls in der Theorie erklären, dass sie "cool bleiben, zur Seite fahren und Herr der Lage werden" müssten. "Da kann man wenig Tipps geben, außer sich zusammenzureißen und besonnen zu bleiben. Lassen Sie die Spinne Spinne sein und bemühen Sie sich, eine Stelle zu finden, wo man ranfahren kann. Augen auf und durch."

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Wirklich problematisch sei nicht das Erschrecken und Zusammenzucken, sondern das Verhalten danach: "Der schlimmste Fehler ist sicherlich, das Lenkrad zu verreißen oder sich nur noch auf das Tier zu konzentrieren statt auf den Verkehr." Wer anfängt, wild herumzufuchteln, bringt sich und andere in Gefahr.

"Auch bei Kreislaufproblemen am Steuer oder anderen kritischen Situationen gilt: immer ruhig bleiben und schauen, dass man das Fahrzeug sicher zum rechten Rand bringt", rät Freigang. Aber nicht irgendwo, betont er: "Sondern bei der nächsten vernünftigen Gelegenheit. Das muss nicht innerhalb der nächsten fünf Meter sein." Auf der Autobahn sei ein möglichst ruhiger Wechsel auf den Standstreifen wesentlich besser als eine hektische Reaktion.

Zusätzlich könne man darauf achten, sein Auto nicht ständig unter Bäumen oder an Büschen zu parken, und es vor der Fahrt durchsehen. "Wirklich sicherstellen, dass sich kein Insekt im Innenraum befindet, kann man aber nicht."

Hier finden Sie übrigens die am häufigsten in Deutschland anzutreffenden Spinnen.

Und diese Tiere finden die Deutschen am ekligsten.

(felt/dpa)