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Mettmann: Methusalem unter den Ponys

Mettmann : Methusalem unter den Ponys

Der Welsh-Pony-Wallach Bingo ist mit 37 Jahren ein Methusalem unter den Pferden. Seine Besitzerin Silke Kurz hat ihn zum 12. Geburtstag bekommen. Heute genießt Bingo sein Dasein auf der Rentner-Wiese.

So langsam kommen die Altersmaläster. Er kann zwar gut sehen, aber nur noch schlecht hören. Ein paar Zähne fehlen auch, so dass er nur noch weiche Nahrung zu sich nehmen kann. Körperlich muss Bingo etwas kürzertreten als früher. Da geht es ihm nicht anders als dem betagten Menschen. Aber alles in allem ist er für sein Alter noch recht fit. Immerhin ist schon 37, für Pferde ist das schon fast biblisch.

Bingo ist ein weißer Welsh B-Pony-Wallach und seit fast 30 Jahren im Besitz der Mettmannerin Silke Kurz. Sie hat ihn 1983 bekommen, als sie zwölf war, und seitdem begleitet er ihr Leben. Bis Silke Kurz 18 Jahre alt war, sind die beiden zusammen E- und A-Turniere in der Region geritten. Als 1992 Sohn Jonathan geboren wurde, zog die Familie nach Köln. Bingo kam mit. Und weil man zufällig immer dann umzieht, wenn Nachwuchs im Anmarsch ist, kehrten die Kurz' 1998 (Geburt Tochter Leona) wieder nach Mettmann zurück. Seitdem steht Bingo auf Gut Hermgesberg in Haan, wo vor fast 30 Jahren seine Karriere begonnen hatte. Und zwar als Springpferd.

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Für Dressur zu temperamentvoll

Für die Dressur war er immer zu temperamentvoll. Er hat einen großen Bewegungsdrang, auch heute noch, und möchte immer gern schnell vorankommen. Das musste auch der RP-Fotograf feststellen, als er Silke Kurz und Bingo in Szene setzen wollte. "Bingo hat uns immer Freude gemacht, er ist leistungswillig und hat Spaß an der Arbeit", sagt sein "Frauchen". Das Pferd ist eines von insgesamt 60, die auf der Quarter-Horse- Ranch von Gut Hermgesberg leben. Ursprünglich war der Hof ein Agrarbetrieb mit Schweine-, Rinder- und Hühnerhaltung. Eigentümer Norbert Kaldemorgen, früher selbst Springreiter, hatte ihn 1978 von seinen Eltern übernommen und eine Pferdepension eingerichtet.

"Die Viehzucht hat sich nicht mehr gelohnt", berichtet seine Frau Karoline. Heute sind ihre Kunden ausschließlich Privatleute, die ihre Pferde dort in Vollpension versorgen lassen. "Wir sind ein sehr familiärer Betrieb, das kann man mit einem Turnierhof gar nicht vergleichen", sagt sie.

Einen Teil des Futters für die Pferde, Silage und Heu, bauen sie selbst an. Bingo profitiert von der Ausrichtung des Hofes. Bis vor einem Jahr wurde er noch manchmal geritten, heute genießt er seinen Lebensabend auf der "Rentnerwiese" zusammen mit anderen alten Pferden, wird gebürstet und spazieren geführt. Einen besten Freund hat er auch: den Quarter-Horse-Hengst Blacky (mit vollem Namen eigentlich "Impressive Operation"). Man darf gespannt sein, ob Bingo seinen 38. Geburtstag erreicht. Der wäre am 1. April 2013.

(tpp)