Messstation in Mettmann muss umgesetzt werden

Mettmann: Luft-Messstation muss umgesetzt werden

Das Landesumweltamt ließ die Standorte der Stickstoffdioxid-Messstellen überprüfen. Der in Mettmann fiel durch.

Im Auftrag des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) hat der TÜV Rheinland jetzt 133 Messstellen in Nordrhein-Westfalen untersucht. Das Ergebnis: Nahezu alle Messstationen für die Überwachung der Stickstoffdioxid-Belastung der Luft in NRW stehen richtig.

Anlass für die Untersuchung war nach Angaben der Behörde die vielfach geäußerte Kritik, dass die Messstellen nicht immer an geeigneten Stellen stünden - etwa zu nah an Straßen oder unter Hindernissen wie Bäumen, die die Messergebnisse beeinflussten.

Während in 132 Städten mit Messstellen wie Langenfeld oder Ratingen nichts zu beanstanden ist, ist einzig in Mettmann Handlungsbedarf. Dort muss die Messstelle im kommenden Jahr versetzt werden. Die Örtlichkeit, um die es geht, ist die Breite Straße in Höhe der Hausnummer 10. Der Messort befindet sich unmittelbar in der Innenstadt an einer dreispurigen Straße, mit einer Länge von rund 100 Metern und einer Breite von 15 Metern. Die Straße, die sich in einem Talkessel befindet, säumen zwei bis viergeschossige Wohn- und Geschäftshäuser. Etwa 170 Meter südlich von dem Messpunkt verläuft eine Eisenbahnlinie. Industrie- und Gewerbegebiete liegen in etwa 500 Metern Entfernung.

Aktuell ist das Messgerät an einem Schildermast rechts neben dem Gebäude angebracht. Ursprünglich war die Sammelstelle aber unmittelbar vor dem Haus installiert, wie aus dem mehr als 1000 Seiten umfassenden TÜV-Bericht hervorgeht. Wegen umfangreicher Baumaßnahmen im vergangenen Jahr musste die Messstelle bereits einmal versetzt werden. In dem aktuellen Bericht wird nun kritisiert: „Der Ersatzmessort liegt in einer Einfahrt, die Einflüsse auf den Luftstrom haben kann.“ Damit sind die Anforderungen laut Bundes-Immissionsschutzgesetz nicht erfüllt. Die Messwerte, die monatlich von einem sogenannten Passivsammler aufgezeichnet werden, können verfälscht sein.

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Die Folge: Im kommenden Jahr muss eine neue, geeignete Position gewählt werden. Denn nach Abschluss der Maßnahmen existiert auch am ursprünglichen Standort keine Unterbringungsmöglichkeit mehr, so der Lanuv.

Da im Jahr 2009 die zulässige Belastung von Stickstoffdioxid überschritten worden ist, war die Messstelle Ende des Jahres in Betrieb gegangen. Erlaubt sind EU-weit höchstens 40 Mikrogramm des gesundheitsschädlichen Reizgases je Kubikmeter Luft im Jahresmittel. Auch in den Jahren 2010 und 2011 wurde der Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten. Ursächlich für die Belastungen an der Breite Straße ist insbesondere der städtische Verkehr. Daher wurde im Jahr 2011 unter anderem zum Schutz der Anwohner an stark belasteten Straßen ein Luftreinhalteplan für die Stadt Mettmann aufgestellt. Als Wesentliche Maßnahmen waren die Fertigstellung der Seibelquerspange und der Osttangente (K 18). Davon erhoffte man sich eine Reduzierung des Verkehrs.

Bei der Messstation an der Breite Straße handelt es sich um einen sogenannten Passivsammler. Das ist laut LANUV ein preisgünstiges, relativ einfach zu handhabendes Gerät, mit dem man auch kleinräumige Unterschiede der Luft erfassen kann. Sie werden insbesondere an stark befahrenen Straßen wie der Breite Straße eingesetzt und messen den Gehalt von Stickstoffdioxid (NO2).

Im vergangenen Jahr haben die NO2-Werte laut Lanuv knapp unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm gelegen. Für das Jahr 2018 kann wegen der Baumaßnahmen abschließend kein Jahreswert gebildet werden. Ein geeigneter Standort wird immer für mindestens ein Jahr gewählt, um exakte Vergleichswerte zu erhalten.

(isf)
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