Wülfrath: Messlatte ans Pferd angelegt

Wülfrath: Messlatte ans Pferd angelegt

Reportage Erlebnis für Mensch und Tier: der Wiegetag auf Gut Knürenhaus. Birgit Radtke und Katja Hannemann rücken mit der mobilen Waage aus Dortmund an.

Auf dem Hof von Gut Knürenhaus in Wülfrath trudeln die ersten Einstaller ein. Heute ist für die Besitzer und Pferde des Wülfrather Reitstalls ein besonderer Tag. Gegen 11 Uhr soll das Team der Pferdewaage-Dortmund eintreffen, um das Gewicht von 15 Pferden zu prüfen. Dann wird sich zeigen, wer hier zu viel oder zu wenig auf den Rippen hat. 33 Pferde und Ponys stehen auf dem Hof, der von Pächter Hermann Meerkamp bewohnt und in Schuss gehalten wird. Um zu wissen, wie viel ihr Pferd wiegt, ist Einstallerin Kerstin Plambeck mit ihrer Stute Saliha in der Vergangenheit zum Raiffeisenmarkt geritten.

Tieren die Angst nehmen

Das wird diesmal nicht nötig sein, denn Birgit Radtke und Katja Hannemann fahren gerade mit ihrem Hänger auf den Hof, in dem sich die mobile Pferdewaage befindet. Die beiden Frauen erklären kurz den Ablauf und platzieren die Waage mitten auf dem Hof. Das Gerät kann bis zu 1500 Kilo wiegen, doch dieses Gewicht wurde bisher von keinem Pferd erreicht. "Das schwerste Pferd, das wir je gewogen haben, war ein wirklich kräftiges Shire Horse mit 1033 Kilo", sagt Katja Hannemann. Die erfahrene Pferdehalterin bedeckt die Waage mit einem grauen Teppich, damit sie auf die Pferde weniger furchteinflößend wirkt. Jetzt noch schnell die digitale Anzeige testen, und dann kann es los gehen.

Einige Besitzer haben ihren Pferden schon das Halfter angezogen und warten gespannt auf ihren Einsatz. Als erstes ist Herzbube an der Reihe. Sicher geführt von seiner Besitzerin Kerstin Plambeck, steuert der sechsjährige Wallach zielstrebig auf das getarnte Gerät zu. Wie eine Eins steht Herzbube auf der Waage und lässt sich von allen bestaunen. Vor lauter "Super, toll, das machst du aber gut!" scheint Herzbube sichtlich geschmeichelt und möchte am liebsten so stehen bleiben. Gespannt starren alle auf die Anzeige der Waage. Bei 611 bleibt die Zahl stehen. "Prima, ich hatte das Gewicht auf 600 Kilo geschätzt", freut sich Kerstin Plambeck.

Nun wird noch das Stockmaß festgestellt. Vorsichtig stellt Birgit Radtke die Messlatte neben dem Wallach ab und misst dessen Widerristhöhe. "1,67 Meter, da ist er ja um einen Zentimeter gewachsen, seit ich ihn das letzte mal gemessen habe!" staunt Kerstin Plambeck.

Das geschrumpfte Pferd

Als nächstes ist Rigardo an der Reihe. Das Wiegen ist für den 19-jährigen Wallach kein Problem, doch die Messlatte ist ihm nicht geheuer. Besitzerin Nicole Mumm versucht ihren Liebling zu beruhigen. Mit großen Augen steht Rigardo kerzengerade vor dem gefährlichen Messgerät und bläht die Nüstern auf. Schließlich lässt er sich von seiner Besitzerin überzeugen und die Prozedur über sich ergehen. Das Ergebnis: 678 Kilo und ein Stockmaß von 1,79 Meter. "Mein Pferd ist einen Zentimeter geschrumpft ", stellt Nicole Mumm fest. Rigardo scheint das wenig zu beeindrucken.

(RP)