Wülfrath Mehrarbeit angeordnet

Düsseldorf · Betriebsrat von Tedrive beantragt eine Einstweilige Verfügung.Die Arbeitnehmervertretung hatte die Sonn- und Feiertagsarbeit abgelehnt.

„Seit dem Wechsel auf der Führungsebene der Tedrive Steering GmbH ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit hinfällig geworden“, heißt es in einer Pressemitteilung der IG Metall Velbert und des Betriebsrats des Tedrive-Werks Wülfrath. „Die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats nach dem Betriebsverfassungsrechts werden missachtet.“ So sei Mehrarbeit von der Geschäftsführung angeordnet worden, obwohl der Betriebsrat den Antrag abgelehnt habe.

Kritik an Bezirksregierung

Auf Unverständnis der Arbeitnehmervertreter stößt dabei, dass die Bezirksregierung Düsseldorf Sonn- und Feiertagsarbeit genehmigt habe, obwohl die Voraussetzungen für die Zustimmung gemäß dem Arbeitszeitgesetz nicht gegeben seien. „Wie kann zu einem Zeitpunkt, zu dem 280 Entlassungen angekündigt worden sind, die Erfordernis gegeben sein, sonntags arbeiten zu müssen?“ Fakt sei, dass die Bezirksregierung ohne Überprüfung der Erfordernis innerhalb von einer halben Stunde telefonisch die Sonn- und Feiertagsarbeit genehmigt habe, obwohl ihr die Ablehnung durch den Betriebsrat bekannt gewesen sei. Der Betriebsrat hat eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung beim Arbeitsgericht Wuppertal beantragt und erwartet in den nächsten Tagen eine Entscheidung. Geprüft werden soll, ob die Bezirksregierung mit ihrer Genehmigung gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen hat.

In der Mitarbeiterversammlung der Geschäftsführung am 31. Oktober war nicht nur die Entlassung von 280 Mitarbeitern angekündigt worden, sondern auch, dass die gehälter und Löhne der verbleibenden Kollegen schon in den nächsten Monaten reduziert werden. Kritisiert wird vom Betriebsrat auch, dass die Geschäftsführung den Entlassungsplan in mehreren Monaten vorbereitet hat , aber nun die Zustimmung der Arbeitnehmervertretung innerhalb von drei Wochen verlangt.

Der Betriebsrat benötige umfassende Informationen. Deshalb sei zusammen mit der IG Metall ein Beratungsinstitut beauftragt worden, diese Informationen zu hinterfragen und auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen. „Bevor diese Analysephase nicht abgeschlossen ist, können wir keine für uns verbindliche Schlussfolgerungen ziehen.“

„Hinter der angekündigten Zahl an Entlassungen stehen 280 persönliche Schicksale, 280 Familien, die ihre finanzielle Existenz gefährdet sehen.“ IG Metall und Betriebsrat kündigen an, alle gesetzlichen Möglichkeiten zu nutzen, um diesen Familien ihre Zukunft nicht wegnehmen zu lassen.

(RP)
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