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Mettmann: Markt wird zum Kinosaal

Mettmann : Markt wird zum Kinosaal

Die Familie Rosslenbroich und das Kulturamt zeigen den Film "Almanya". Trotz des schlechten Wetters kommen über 250 Menschen auf den Marktplatz. Der Regen trübt nicht die gute Stimmung.

Mit Klappstühlen und Campingsesseln rückten die Besucher zum Open-Air-Kino auf den Mettmanner Markt an. Aus Körben, Taschen und Rucksäcken wandern Wein und Bier, Tomaten, Trauben und Käse auf die improvisierten Tische. "Jeder hat etwas mitgebracht", sagt Conny Rütten. Sie hat sich mit Freunden zum Filmabend unter freiem Himmel verabredet.

"Wir genießen die besondere Atmosphäre. Ein Sommer ohne Open-Air-Kino ist kein richtiger Sommer", ergänzt Gisela Reuschenbach. "Der Film selbst ist eher zweitrangig, obwohl Almanya sehr gut sein soll", wirft Matthias Jansen ein. Er ist gemeinsam mit seiner Frau Ute gekommen.

Türkische Pizza schmeckt

Die dunklen Wolken und die gelegentlichen Tropfen haben sie nicht abschrecken können. "Wir sind mit Jacken und Plastiktüten bestens ausgerüstet."

Mit Regenschirmen und Decken hat sich die Familie Schwarz gegen den Regen gewappnet. Ihr Tisch steht im Schatten der Lambertuskirche und ist, passend zum Film mit türkischen Spezialitäten gefüllt. "Wir haben hier mit Käse gefüllte Zigarettenröllchen, Oliven, türkische Pizza und verschiedene Dips", zählt Christian Schwarz auf. Seine Frau Susanne bringt noch eine Thermoskanne mit landestypischem Tee. "Wir sind bestens ausgestattet", sagt die neunjährige Defne zufrieden.

Der gleichaltrigen Lotte schmecken besonders die mit Käse gefüllten Röllchen. "So etwas habe ich vorher noch nie gegessen." Ihrem Bruder Leon mundet die türkische Pizza. Nur von der Wasserpfeife dürfen die beiden nicht probieren. "Wir wissen auch noch gar nicht, wie das funktioniert", gesteht Christian Schwarz. Er ist gespannt auf den Film, der mit einem Augenzwinkern die Geschichte der türkischen Einwanderer erzählt.

"Die Filmauswahl war im vergangenen Jahr gut und darauf vertrauen wir auch diesmal", betont Anja Grothe. Auf ein feuchtes Filmvergnügen ist sie vorbereitet. "Wir haben Schirme, Ponchos, Badesachen — alles dabei." Marion Buschmann, die den Abend gemeinsam mit der Familie Rosslenbroich organisiert hat, ist überrascht von den zahlreichen Zuschauern. "Nach der Unwetterwarnung hätte ich nicht gedacht, dass sich so viele Leute trauen. Doch wenn wir absagen und es bleibt trocken, hätte das auch keiner verstanden."

Kaum wirft der Projektor die ersten Bilder auf die Leinwand, beginnt es zu regnen. Unter Schirmen und Planen kuscheln die Zuschauer sich zusammen und die meisten halten durch — bis zum Abspann. "Der Film war super. So ähnlich kenne ich das noch von meinem Vater. Wir sind 1969 hierhergekommen. Damals war ich zwölf Jahre alt. Die Handlung nimmt das ein bisschen auf die Schippe, aber es passt", sagt Akif Cinsoy, bevor er durchnässt den Heimweg antritt.

(domi)