Erkrath: „Lott jonn“ für Kinder unter 3 Jahren

Erkrath : „Lott jonn“ für Kinder unter 3 Jahren

Bewegung im Kindergarten ist weit mehr als bloßes Herumhüpfen. Deshalb soll das „Lott jonn“-Programm im Kreis Mettmann auf die Gruppe der Kinder unter drei Jahren ausgedehnt werden. „Kleine Kinder groß in Bewegung“ war daher gestern in der Erkrather Stadthalle unter Leitung von „Lott jonn“-Koordinatorin Heide Förster auch das Motto der inzwischen sechsten Fachtagung für Erzieherinnen im Kreis Mettmann. Von insgesamt 240 sind 118 Einrichtungen bereits als „Lott jonn“-Kindergärten anerkannt.

Vorträge, zwölf Workshop-Angebote sowie ein Markt der Möglichkeiten standen im Mittelpunkt der Tagung mit 220 Erzieherinnen. Bewegung gilt als ein entscheidender Entwicklungsmotor. Landrat Thomas Hendele plädierte für eine nachhaltige Betreuung, Begleitung und konzeptionelle Weiterentwicklung des Projektes. Aus Sicht von Kreisdirektor Martin D. Richter ist „Lott jonn“ ein Auftrag.

Im Vortrag des Sportmediziners Prof. Dr.Dr. Wildor Hollmann ging es um Aspekte von Entwicklungen und Funktionsweisen des Gehirns und deren Auswirkungen. Und wie bewegt eine Pause sein kann, das erlebten die Tagungsteilnehmer beim Tatütata-Lied mit den Kindern und Erzieherinnen der Städtischen Kindertagesstätte Schinkelstraße aus Erkrath.

In den Workshops bestand in der Turnhalle des Gymnasiums am Neandertal Gelegenheit, Theorie in die Praxis umzusetzen. Da wurde über Unter- oder Überforderung der Kleinen beim Klettern auf einem Kasten gesprochen und über Mut, den die Erzieher aufbringen müssen, wenn sie ein Risiko eingehen. „Kinder können mehr, als wir ihnen oft zutrauen“, ermuntert Projekt-Koordinatorin Heide Förster. Die Profis aus den Kindergärten machten sich auf einen Streifzug durch die Bewegungs-, Ernährungs- und Sinneswelt der Kinder. Da gab’s „Eine Reise in das Obst- und Gemüseland“, da hieß es „Komm, wir spielen Bilderbuch!“ oder gab’s das „Klettern-Kullern-Rutschen-Springen“. Erzieherinnen schlüpften in die Rolle der Kinder, als sie unter einer Zauberschnur mit Zeitungen rutschten, reflektierten darüber, was Dreijährige an Sinnesschulung- und wahrnehmung bewältigen können und lernten, dass Bilderbücher nicht nur vorgelesen, sondern dass Szenen daraus auch gespielt werden können. Manche Anregung nahmen die Fachfrauen aus dem Workshop Musik und Bewegung mit.

Als Partner der „Lott jonn“-Kindergärten präsentierten sich Krankenkassen, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Verbraucherzentrale, Anbieter von Material und Medien, die Kreispolizei, Buchhändler, das Kreisgesundheitsamt und die AG Zahngesundheit. „Lott jonn“ will weitere Mitgliedskindergärten gewinnen und die Gesundheitsförderung in Einrichtungen vorantreiben, die von Kindern aus benachteiligten Familien besucht werden.

Für die Kinder- und Jugendgesundheit stellt der Kreis in diesem Jahr 250 000 Euro zusätzlich bereit.

(RP)
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