Erkrath: Lernen trotz Ferien

Erkrath: Lernen trotz Ferien

Das Jugendamt kooperiert beim Ferienprogramm mit den Johannitern. Bei den Kindern steht Selbstverteidigung auf dem Stundenplan. Mit von der Partie sind auch Senioren, die mit ihren Enkeln teilnehmen.

In den Ferien macht das Lernen viel mehr Spaß als in der Schule. Vor allem wenn auf dem Stundenplan nicht Fächer wie Deutsch und Mathe sondern Comiczeichnen, Reiten oder Selbstverteidigung stehen. Dann sind die Schüler mit Begeisterung bei der Sache. Aufmerksam hören sie Stefan Fiege zu, als er ihnen eine einfache Technik erklärt, um sich aus dem festen Griff eines Angreifers zu befreien. Spielerisch lernen die Sechs- bis Neunjährigen in der Johanniter Begegnungsstätte, wie sie die Grenzen für andere abstecken und sich im Notfall behaupten können. "Der erste Schritt ist immer, einen Angriff verbal und über die Körpersprache abzuwehren. Wenn sie dennoch attackiert werden, können sich die Kinder jedoch wehren", sagt Wing-Tsun-Lehrer Stefan Fiege.

Eifer macht den Unterricht leicht

Er kann seinen eifrigen Schülern in der kurzen Zeit zwar nur einen Einblick in die Kunst der Selbstverteidigung geben, doch der neunjährige Leonard fühlt sich schon deutlich stärker. "Jetzt kann mich keiner mehr so einfach packen und wie ein Paket nach Hause schleppen", betont er mit breiter Brust. Der Eifer der Kinder macht Stefan Fiege den Unterricht leicht. "Sie sind alle sehr motiviert und machen toll mit." Das gilt jedoch nicht für die kleinen sondern auch für die großen Teilnehmer. Denn auch einige Senioren üben fleißig Griffe und Techniken. Das generationsübergreifende Lernen ist Teil des Konzeptes. "Als Kooperationspartner des Jugendamtes wollten wir etwas anbieten, bei dem auch die Großeltern mitmachen können", betont Astrid Patten, Leiterin des Johanniter-Hauses in Hochdahl.

Ihr war es wichtig, dass auch beim Ferienprogramm Begegnungen stattfinden. Eine Idee, die auch Hildegard Olsen begeistert. Die 72-Jährige hat sich gemeinsam mit ihren beiden Enkeln angemeldet. "Die kommen richtig gerne hierher und haben mich schon gedrängt, nach einer Anmeldung für das kommende Jahr zu fragen.

Ich genieße es, mit den Kindern etwas zusammen zu machen. Am ersten Tag konnten sie in einem Erste-Hilfe-Kurs die stabile Seitenlage üben und ausprobieren, wie sie einen Druckverband anlegen. "Abends musste mein Schwiegersohn zu Hause das Unfallopfer sein, damit die Kinder ihr neues Wissen gleich ausprobieren konnten", erzählt Hildegard Olsen.

Beeindruckt hat die Kinder der Krankenwagen der Johanniter. "Dort haben die Sanitäter meinen Herzschlag gemessen. Das Lernen macht in den Ferien eben einfach viel mehr Spaß.

(RP)