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Mettmann: Leerstand: Nicht nur Mettmanner Problem

Mettmann : Leerstand: Nicht nur Mettmanner Problem

InterVIEW Wirtschaftsförderer Wolfgang Karp: Starker Wettbewerb mit anderen Städten. Der größte Teil des Innovationsparks Mettmann-West ist noch nicht bebaut. Wegen des angrenzenden Wohngebietes Karpendelle gibt es strenge Vorgaben. Speditionen und Tankstellen sind nicht erwünscht.

Wenn es um die Ansiedlung neuer Betriebe oder die Umsiedlung innerhalb des Ortes geht, ist die kurzfristig verfügbare Fläche an Gewerbegrundstücken eine wichtige Größe. Mettmann ist hier gut aufgestellt, hat in den letzten Jahren mit der Erschließung des Innovationsparks Mettmann-West die Weichen auf Zukunft gestellt. Nun sind mit dem Autohaus Huppert und Red-Motorsport zwei weitere Unternehmen an den Südring gezogen, aber der größte Teil des Geländes ist immer noch zu haben. Wir sprachen über den Wirtschaftsstandort Mettmann mit Wolfgang Karp, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung in der Kreisstadt.

Herr Karp, seit vielen Jahren wird Mettmann-West als das Filetgrundstück für neue Betriebsansiedlungen in der Kreisstadt gehandelt. Dennoch kommt die Vermarktung nur zäh voran. Woran liegt‘s?

Karp Das ist kein reines Mettmanner Problem. Wir stehen in einen ziemlich starken Wettbewerb mit anderen Städten, denen es nicht anders geht. Es kommen viele Anfragen von Firmen, die dann ausloten, wo ihnen die besten Konditionen geboten werden. Wichtig ist neben dem Grundstückspreis und der Gewerbesteuer vor allem die Infrastruktur. Und die stimmt in Mettmann-West mit der Nähe zur A 3. Andererseits gibt‘s Unternehmen, die lieber schnell zur A 46 wollen. Deshalb wollen wir kurzfristig in Mettmann-Ost noch einmal 50000 qm als Gewerbefläche entwickeln. Von dort bis zur A 46 in Dornap sind‘s nur ein paar Ampeln.

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Sie haben am Südring die Bezeichnung Innovationspark Mettmann-West gewählt? Klingt das nicht ein wenig elitär und schreckt vielleicht auch manchen Interessenten ab?

Karp In der Tat haben wir manchmal den Eindruck. Andererseits klingt es doch schöner als nur Gewerbepark Mettmann-West. Und wir wollen und können dort auch nicht jedes Gewerbe zulassen. Wegen des angrenzenden Wohngebietes Karpendelle gibt es strenge Restriktionen schon im Bebauungsplan. Wir haben tatsächlich viele Anfragen, oft aus dem Logistik- und Vergnügungsstättenbereich, aber sowas darf dort nicht hin. Auch für Tankstellen und Waschstraßen gab es schon etliche Interessenten.

Wie viel Gelände haben Sie insgesamt dort noch zur Verfügung, wie viele Firmen könnten untergebracht werden?

Karp Wir haben noch über 80000 qm zu vergeben. Knapp 12000 sind schon weg. Letztlich kommt es auf die Größe der Unternehmen an, wie viele sich dort noch ansiedeln könnten.

Gibt es neben der nahen A3 noch weitere Pfunde, mit denen Sie für den Standort werben können?

Karp Wir haben bereits unseren Internetauftritt überarbeitet. Für viele Firmen ist die Nähe zu Universitäten wichtig, darauf weisen wir nun ausgiebig hin. Nicht unwichtig dürfte für die Betriebe auch sein, dass zum Beispiel im Berufskolleg in Mettmann vor Ort Fachleute ausgebildet werden. Im übrigen ist auch die Nähe zum Flughafen ein Plus.

Welche Bedeutung hat die Bestandspflege bei der Vergabe der Grundstücke?

Karp Sie hat einen sehr hohen Stellenwert. Wir können sehr schnell reagieren, wenn Firmen sich vergrößern wollen oder aus anderen Gründen neue Flächen brauchen wie jetzt beim Autohaus Huppert. Deren alte Gebäude waren nur gemietet. Als sie verkauft wurden, musste schnell Ersatz her. Schließlich ging es um den Erhalt der Automarken für die Mettmanner und den Erhalt von Arbeitsplätzen. Da konnten wir schnell helfen. Die ortsansässigen Mittelständler liegen uns sehr am Herzen.

ManfredMüschenig führte das Gespräch

(RP)