Mettmann Landstraße ist gefährlich

Düsseldorf · Die Mettmanner CDU hat zum Unternehmer-Stammtisch eingeladen. Der Ausbau der L 239 durchs Schwarzbachtal ist wichtig für Mettmann als Wirtschaftsstandort. Die Kommunikation mit dem Rathaus muss verbessert werden.

Die Mettmanner CDU hatte zum ersten Unternehmer-Stammtisch ins Neanderthal Museum eingeladen. Die Resonanz war mau: Nur eine Handvoll Mettmanner Einzelhändler und Unternehmer waren der Einladung gefolgt. Woran lag es?

Wilhelm Seibel von der Firma mono und Optiker Frank Berghöfer berichteten von schlechter Stimmung bei den Unternehmen. Sie sehen Mängel in der Wirtschaftsförderung. "Dabei geht es nicht um Geld, sondern auch um Stil und Kompetenz", sagte Seibel. Und: Die Kommunikation zwischen Verwaltung, Kommunalpolitikern und Unternehmern sei verbesserungswürdig. Er nannte ein Beispiel: Den Unternehmen seien im November die neuen Abwassergebühren-Bescheide zugestellt worden. Nach dem neuen Bemessungs-Maßstab werden auch versiegelte Flächen herangezogen. "Wir sollten rückwirkend 10 000 Euro bezahlen, Speditionen gar 18 000 Euro. Uns fiel nach dem Bescheid die Kinnlade herunter." Auf Nachfrage im Rathaus, ob man nicht im Vorfeld das Gespräch mit den Unternehmen hätte suchen können, um eine finanziell verträgliche Lösung zu finden, "bekamen wir als Antwort, der Ärger über den neuen Bemessungs-Maßstab in anderen Städten sei noch viel größer."

Anderes Beispiel: Wenn ein Unternehmer oder ein Privatmann nicht seinen Bürgersteig pünktlich von Schnee und Eis befreie, bekomme er Schwierigkeiten mit der Ordnungsbehörde. Die Stadt hingegen sperre einfach öffentliche Wege, stelle Hinweistafeln mit der Aufschrift "Kein Winterdienst" auf, sagte Seibel. Ute Stöcker, Fraktionsvorsitzende der CDU, wies auf die klamme Haushaltslage der Stadt hin. Bis 2014 müsse die Stadt ein Defizit von 35 Millionen verkraften. Die einzige Alternative seien Steuererhöhungen, um das Stadtsäckel zu füllen. Tischlermeister Rüdiger Heidenreich ergänzte die Kritik an der Wirtschaftsförderung: Er habe ein Dreiviertel Jahr eine Halle für sein Unternehmen gesucht. Die Wirtschaftsförderung habe ihm nicht helfen können. "Durch Zufall haben wir eine Halle gefunden, die nur 150 Meter von unserem bisherigen Firmensitz liegt", sagte Heidenreich. Ute Stöcker wies darauf hin, dass die Wirtschaftsförderung personell verstärkt werde. Ein weitere Stelle sei ausgeschrieben und soll besetzt werden.

Doch die Wirtschaftsförderung ist nicht die einzige "Baustelle", die Unternehmer in Mettmann sehen: Norbert van Teeffelen sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Landstraße 239 durchs Schwarzbachtal. "Die Straße ist eine Zumutung und sie ist sehr gefährlich", sagte er. Die Kommune oder der Landesbetrieb Straßenbau stellten lediglich Schilder mit einem Tempolimit auf. "Wenn ich das als Privatmann mache und die Mängel nicht abstelle, werde ich zur Rechenschaft gezogen." Ute Stöcker pflichtete bei. Hier müsse dringend etwas geschehen. Das Geld sei vorhanden, aber die Landesregierung unternehme nichts, sagte CDU-Stadtverbands-Vorsitzender Christian Caspar. Die CDU wolle Druck aufs Land ausüben, fügte er hinzu. Und zwar mit ungewöhnlichen Aktionen. Die Straße sei wichtig für Mettmann. Sie sei die schnellste Verbindung zum Flughafen. Außerdem: "Die Vermarktung unserer Gewerbegebiete ist auch abhängig vom Ausbau der Straße."

(RP)