„La Signora“ schwärmt vom Schellemännchen in der Kulturvilla Mettmann

Saisonabschluss in der Kulturvilla : „La Signora“ schwärmt vom Schellemännchen

Zum Saisonabschluss ist in der Kulturvilla die Komödiantin Carmela de Feo zu Gast. Eine sehenswerte Aufführung.

Jubel beendete die Saison der Kulturvilla, denn Carmela de Feo war mit ihrem Programm „La Signora“ zu Gast. Die an der Folkwanghochschule ausgebildete Komödiantin, Sängerin, Tänzerin und Musikerin stellte sich mit italienischen Wurzeln, aber unverfälschtem Ruhrpott-Tonfall, als Naturtalent des Frohsinns vor, das seinesgleichen sucht. Die Italiener seien klein, hätten daher wenig Platz für Gefühle und könnten eben nur lieben oder hassen. Dabei wechselte ihre Stimme vom Säuseln ins Schrille. Einfach umwerfend, wie sie die Klaviatur des Ausdrucks in Mimik, Gestik und Stimme beherrschte.

Ach, wie war das Leben so ohne Handy doch schön, wat hammer für‘ nen Spaß gehabt mit den Klatschspielen, sagte sie: Empompie Kolonie Kolonastik – und das Publikum sang erinnerungsselig mit. Oder Schellemännchen, wat hat dat Spaß gemacht. Wenne erwischt wurdest, hasse einen geballert gekriegt – aber nicht virtuell.

Ganz verbergen wollte La Signora ihre feministische Ader nicht: Birgit und Frank Reusch ließen sich aber in einen fröhlichen Dialog über die Arbeitsteilung in der Ehe ein. Denn, die Männer wollen die Frauen ausrotten, so ihr Szenario. Deshalb erfinden sie Maschinen, die Frauen überflüssig machen – allen voran der Thermomix, mit dem sogar die Jungs kochen können. Wer hat einen Thermomix und wat machse am liebsten damit? Monica Ebert auskunftsfreudig: „Mousse au chocolat“, eine süße Sünde, der demonstrativ ein gekonnter Hüftschwung folgte. Eine köstliche Persiflage: Der Mann ist Jäger und Sammler und von Geburt an Griller, denn wie er mit dem Bauchfleisch umgeht, tja, so möchte man‘s auch mal haben.

Nach der Pause nutzte Constanze Backes die Gelegenheit, zur Saisoneröffnung mit dem großen Sommerfest am 8. September einzuladen: Elf Stunden Programm werden auf der Bühne neben kulinarischen Köstlichkeiten angeboten.

Dann ging das Feuerwerk der Unterhaltung weiter: Die Liebe raubt einem den Verstand, und wie lange seid ihr verheiratet? 32 Jahre. Wat, 32 Jahre, wat hätt mer da alles Schönes machen können – slapstick in Reinkultur. Köstlich auch der Dialog mit Gaby und Lothar Maaßen aus Ratingen. Wie habt ihr euch kennengelernt? Eigentlich schon früher, aber dann 20 Jahre später auf dem Baldeneysee, sie rudernd, er segelnd. Ach so, der Neptun vom Baldeneysee!

Und zu guter Letzt eine witzige Liebesgeschichte zwischen einer Schrankwand namens Carla, vor der der tote Wilhelm die Kommissarin auf den Plan rief, unterlegt mit Filmmusik von Tatort, Schwarzwaldklinik und dem Italo-Song „Sag mir quando, sag mir wann“. Das Publikum war begeistert und ein mehr als unterhaltsamer Abend ging nach zirka drei Stunden fast noch viel zu früh zu Ende.

Mehr von RP ONLINE