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Wülfrath: Kuscheltiere im OP

Wülfrath : Kuscheltiere im OP

Ein mobiles Teddykrankenhaus macht in der Tagesstätte Ellenbeek Station. Kinder assistieren den "Ärzten". Ziel ist es, den Vier- bis Sechsjährigen die Angst vor Untersuchungen zu nehmen.

Im Kindergarten Ellenbeek machte gestern das mobile Teddykrankenhaus Station. Es wurden Plüschtiere behandelt und deren kleine Besitzer mit Arztbesuchen vertraut gemacht. Für den Versorgungsbereich des Evangelischen Krankenhauses Mettmann ist Andrea Kitz, Anästhesistin und Assistenzärztin, die Teddychefärztin. Sie weiß aus eigener Erfahrung, dass Schulungsbedarf über Arztbesuche besteht: "Ich stelle immer wieder fest, dass Kinder Angst haben." Mit ihrem Teddy-Team arbeitet sie entweder stationär am Krankenhaus oder ist mobil bei den Patienten vor Ort.

Jetzt bekam zum zweiten Mal das Familienzentrum Ellenbeek Arztbesuch. Die stellvertretende Leiterin des Familienzentrums Bettina Preußner hatte die vier- bis sechsjährigen Kinder in den Tagen zuvor über den Ablauf der Untersuchungen informiert und die Kinder darum gebeten, ihre erkrankten Stofftiere mitzubringen.

Leopardin hat ein Bein gebrochen

Zunächst gilt es für die Kindergartenkinder wie in einer echten Praxis Platz zu nehmen: "Ich war schon mal in einem Wartezimmer." berichtet einer. Dann ruft Tierarzthelferin Mareen Klotz vom Anmeldetresen aus die Kinder der Reihe nach auf. Justin hat seine Stoffleopardin Kitty mitgebracht. Sie hat Zahnschmerzen und sich ein Bein gebrochen; ist vorher jedoch noch nie geröntgt worden. Bei der Voruntersuchung durch Intensivpfleger Tobias Dorn darf Justin mit einem Stethoskop Kittys Herztöne überprüfen. "Hört man das Herz?" fragt Dorn. "Kitty hat kein Herz" belehrt ihn Justin "Kitty hat kein Herz?" erkundigt sich Dorn bestürzt. Justin beruhigt: "Nein, nur ein kleines Herzchen wie eine Babykatze."

Ein Röntgenbild bringt als Ergebnis zutage, dass Kitty gegipst werden muss. Dafür steht Altenpflegerin Bettina Voss bereit, die aus Erfahrung weiß, dass das gebrochene Bein erst in Plastikfolie gepackt werden muss, damit der Gips das Fell nicht verklebt.

Rettungswagen vor dem Eingang

Draußen vor der Tür demonstriert Oberbrandmeister Carsten Gönner den von der Feuerwache Wülfrath zur Verfügung gestellten Rettungswagen. Sein Kollege von der Feuerwache Mettmann Manuel Limberg versorgt derweil die Stoffmaus Mausi des kleinen Maxim im Operationssaal. Laut Maxim sei Mausi von seiner Schwester gebissen worden und muss nun genäht werden "Im OP musst du dir einen Kittel anziehen, eine Haube aufziehen und einen Mundschutz tragen." erklärt ihm Limberg und zeigt auch gleich die Funktionsweise eines echten Elektrokardiogramms.

Da man Stofftiere daran beim besten Willen nicht anschließen kann, hat sich der Vater von Chefärztin Kitz als Demonstrationspatient zur Verfügung gestellt: "Meine Tochter hat mich gestern noch angerufen und gefragt: Kannst du nicht mitmachen." Die Aktion macht ihm wie allen Beteiligten sichtlich Freude.

(RP)