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Erkrath: Kunstkaufhaus gegen Leerstand

Erkrath : Kunstkaufhaus gegen Leerstand

Sie soll dazu beitragen, den Ortsteil wieder mit Leben zu erfüllen: die Sandheider Kunstmeile. Bisher ist aber noch Luft nach oben. Bei Nieselregen hatte sich am Samstagnachmittag nur eine Handvoll Leute eingefunden, um die gut dreiwöchige Sonderausstellung feierlich zu eröffnen – und die meisten waren Angehörige. Doch der Besuch lohnt sich. In den insgesamt sechs ehemals leerstehenden Ladenlokalen zeigen 14 Künstler ihre Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulpturen, Glaskunst, Buchbindekunst, Fotografie und vielen mehr. Und alles, was man sieht, kann man auch kaufen, sofern es der Geldbeutel hergibt.

Sie soll dazu beitragen, den Ortsteil wieder mit Leben zu erfüllen: die Sandheider Kunstmeile. Bisher ist aber noch Luft nach oben. Bei Nieselregen hatte sich am Samstagnachmittag nur eine Handvoll Leute eingefunden, um die gut dreiwöchige Sonderausstellung feierlich zu eröffnen — und die meisten waren Angehörige. Doch der Besuch lohnt sich. In den insgesamt sechs ehemals leerstehenden Ladenlokalen zeigen 14 Künstler ihre Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulpturen, Glaskunst, Buchbindekunst, Fotografie und vielen mehr. Und alles, was man sieht, kann man auch kaufen, sofern es der Geldbeutel hergibt.

Den größten Ausstellungsraum teilt sich Malerin Jutta Klett mit ihrem Sohn. Kletts Werke sind zumeist abstrakt und überzeugen durch ihre ansprechenden, warmen Farbkompositionen. Sohn Julians Bilder gestalten sich etwas einfacher, aber es ist unverkennbar, dass da jemand von Mama gelernt hat. Das besondere: Julian ist erst zehn Jahre alt, hat aber schon mindestens fünf Jahre Ausstellungskarriere hinter sich. Immer, wenn Jutta Klett eine neue Bilderschau macht, möchte der Sohnemann ebenfalls präsentieren. "Da hatten wir am Anfang schon mal einen ganzen Kindergarten bei der Vernissage", erinnert sich Jutta Klett.

Überhaupt haben alle Künstler, die auf der Kunstmeile vertreten sind, bereits eigene Ausstellungen durchgeführt. Sie gehören alle zum Kunstverein Prima Neanderthal, der die Aktion zusammen mit der IG Sandheider Markt durchführt. "Wir wollen weniger die Künstler, sondern eindeutig die Sandheide damit nach vorne bringen" sagt Organisatorin Katy Schnee. "Wir selbst werden da keinen großen Profit heraus schlagen."

Zu wünschen wäre es. Am Sandheider Markt, vor 30 Jahren ein lebendiges Stadtteilzentrum, herrscht schon lange trostlose Leere. Durch die Kunstmeile leuchtet er zumindest für 24 Tage in bunten Farben.

Dort, wo in den 1980er-Jahren einmal eine Eisdiele war, hat nun Claudia Birkheuer ihre Skulpturen aufgestellt. Auf den ersten Blick sieht man vor allem Strass und Glitter, doch dahinter verbergen sich Werke von politischer Aussagekraft, wie etwa der kleine Hirsch, der von einer Schar Krähen attackiert wird. "Das ist meine persönliche Kritik am Rücktritt des Papstes in diesem Jahr" verrät Birkheuer. Ungläubige Blicke. "Der Hirsch stellt Benedikt XVI. dar, und die Krähen sind die machthungrigen Kardinäle, die ihn aus dem Amt drängen."

Wer es etwas klassischer mag, sollte im offiziellen Verkaufsladen vorbeischauen: Die Acrylgemälde und Aquarelle von Monica Ebert sind durchaus gegenständlich. Sie zeigen "Kamele mit Führer" in der Wüste, Kraterseen auf Island oder auch mal den Urknall, so, wie sich die Malerin die Erschaffung der Welt eben vorstellt. "Abstrakt liegt mir nicht so", sagt Ebert.

Derweil flitzt Katy Schnee von einem Ausstellungsraum zum nächsten, erklärt, begrüßt, organisiert und schafft Leckereien heran. Zusammen mit Volker Rapp (der seine preisgekrönten Reisefotografien zeigt), hat sie die Kunstmeile beinahe im Alleingang auf die Beine gestellt.

Doch nun sind die Künstler am Zug. Im umfangreichen Begleitprogramm geben sie persönlich Workshops, in denen jeder Interessierte das Kunsthandwerk selbst ausprobieren kann. "Im Gegensatz zu einer 'normalen' Ausstellung hat der Kunde hier immer einen Ansprechpartner", verspricht Schnee.

(tpp)