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Kultur in Mettmann: Das Kunsthaus öffnet seine Türen

Kultur in Mettmann : Das Kunsthaus öffnet seine Türen

Jetzt startet die Mitglieder-Ausstellung. Und Künstler können sich für die sechste „ME open Art“ bewerben. Im Kunsthaus gibt es viel zu sehen.

Auch das Jahr 2022 beginnt der Kunstverein Kunsthaus Mettmann mit seiner traditionellen Mitglieder-Jahresausstellung. Von den 65 künstlerisch aktiven Mitgliedern haben sich 45 an dieser Ausstellung beteiligt. Die 80 ausgestellten Werke zeigen einen eindrucksvollen Querschnitt ins künstlerische Schaffen der vergangenen Monate. „Den Hauptteil stellt die Malerei, aber es sind auch Fotografie, Grafik und Skulpturen zu sehen“, verrät die Vorsitzende Monika Kißling und Henrik Wischnewski vom Vorstand erklärt: „Die Jahresausstellung ist eine gute Gelegenheit, eine breitere Vielfalt zu zeigen.“ So sei die Mitgliederausstellung auch eine Art „Leistungsshow“. „Was ist möglich in der Kunst“, sagt er. „Da sind wir sehr breit aufgestellt und offen für alle Kunstrichtungen.“

Ein Gang durch die verwinkelten Räume des alten Fachwerkhauses lohnt sich. Besucher sollten allerdings etwas Zeit mitbringen, damit ihnen nicht eins der sehenswerten Werke entgeht, das in einem versteckten Winkel entdeckt werden möchte. Säulen, Mauerwerk, weiß getünchte Wände – alles dient hier als Ausstellungsfläche und wurde vom erfahrenen „Hängeteam“ passend bestückt. Ob die in einer Nische platzierten, kleinformatigen Bilder mit auffälligen Spitzenstoffen von Andrea Weyergraf-Hahn oder das abstrakte Werk „Blaue Wellen“ von Rita Conrad-Brosius. Den Herren mit wallendem Bart, auf dessen Schulter eine Krähe sitzt, hat Angelika Lorenz mit viel Liebe zum Detail gemalt. „Tom und das lange Warten“ hat sie dieses ausdrucksstarke Werk betitelt.

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Kunst, die durch den Einsatz von Pigmentpasten entstanden ist, zeigt Monika Abbotts. Fotorealistisch das Gemälde eines Granatapfels auf einem Teller, auf dem die Künstlerin Natalia Baumeister nicht nur die Ornamente detailgetreu dargestellt, sondern auch noch mit einem faszinierenden Licht- und Schattenspiel versehen hat. Dieter Wundes lässt über seiner abstrahierten Dame durch ein Fenster den Blick auf das Foto eines Häuserdachs fallen.

Gleich mehrere Kunstrichtungen zeigt Jürgen Brockerhoff. Seine mit der Kettensäge erschaffene Skulptur begrüßt den Besucher nachdem er die erste Treppe erklommen hat. Der bunte, hoch aufragende Kopf erinnert an die Steinköpfe der Osterinseln. An anderer Stelle finden sich zwei Stempeldrucke von Brockerhoff, die zum Nachdenken anregen. Seine Collage entstand aus einem alten Feuerwehrschlauch und trägt den aussagekräftigen Titel „ausgeschlaucht“.

Die Fotografie „Die Brücke ins Ungewisse“ von Giesela Bendt spielt mit Perspektive und Farbkontrasten. Wer bei seinem Rundgang den letzten Raum betritt, wird von einem großen Frauenporträt begrüßt, das den Betrachter fragend anblickt. Es ist Henrik Wischnewskis Werk „Quo Vadis?“, mit dem er die Ungewissheit der Corona-Pandemie verarbeitet hat. „Ich habe mir Gedanken gemacht, wohin die Reise geht“, erzählt der Künstler. Sein Werk sieht er als Momentaufnahme aus der Zeit der Pandemie, die noch immer andauert.