Mettmann: Kultur im neuen Rahmen

Mettmann : Kultur im neuen Rahmen

Gabriele von Mauschwitz hat mit vielen Mitstreitern aus dem Art-Werk einen Verein gemacht. Der Anlaufpunkt soll auch einer neuen Generation von Mettmannern die Chance bieten, mit Kunst in Kontakt zu kommen.

Wenn Kultur von kultivieren kommt und damit alles beinhaltet, was der Mensch umgestalten kann, dann kann sich die Kreisstadt auf was gefasst machen. Denn zumindest die Künstler-Szene umgestalten – um nicht zu sagen kultivieren – möchte jetzt der neu gegründete Verein „Das Mettmanner Art-Werk“.

Eines von vielen größeren Zielen: Ausstellungen an ungewöhnlichen Orten wie etwa den alten Meckenstock-Fabrikhallen zu organisieren. „Das wäre eine tolle Atmosphäre. Wäre klasse, wenn das vielleicht an einem Wochenende klappt“, sagt Gabriele vom Mauschwitz, die Vorsitzende des 30 Mitglieder starken Vereins. Doch bis es soweit ist, fungieren die Räume des Vereins an der Poststraße 7 erst einmal als Informationszentrale. „Auf einer Litfaßsäule werden Plakate von kommenden Veranstaltungen gesammelt“, erklärt Gabriele von Mauschwitz.

Infomationen festhalten

Nicht nur sie hat festgestellt, dass die Informationen über Ausstellungen, Konzerte oder Aufführungen recht schnell in Vergessenheit geraten, wenn man sich nicht sofort selbst den Termin notiert. Mit dem Veranstaltungskalender auf der Litfaßsäule – oder später auch in gedruckter Form mit einer Vorausschau der kommenden zwei Monate – möchte der Verein Abhilfe schaffen. Denkbar ist auch ein Vorverkauf mit Tickets. Die Räume des neuen Vereins sollen jedem offen stehen und bieten Gästen und Mitgliedern die Möglichkeit, sich kreativ inspirieren zu lassen.

„Das hat Mettmann bislang gefehlt“, sagt Gabriele von Mauschwitz. Sie hat erkannt, dass es in den Neubaugebieten eine neue Generation von Mettmanner gibt. Junge Familien, die unvoreingenommen hier her gezogen sind, weil sie Mettmann als Stadt schön und lebenswert finden. Dieser Gruppe müsse auch kulturell etwas geboten werden.

Die Vereinräume an der Poststraße fungieren künftig als Informationszentrale wo man sich inspirieren lassen kann und gemeinsam über neue Projekte nachdenkt. „Veranstalter, Künstler und Sponsoren sitzen an einem Tisch“, sagt Gabriele von Mauschwitz.

Vorstufe zum Künstlerhaus

Der Art-Werk-Verein könnte eine Vorstufe sein für ein immer wieder ins Gespräch gebrachtes Künstler- oder Atelierhauses. „Nur weil die alte Schule nun abgerissen wird, heißt das ja noch lange nicht, dass die Idee damit endgültig vom Tisch gewischt ist“. Allerdings müsse ein solches Projekt auf eine breitere Basis gestellt werden. Beteiligen müssen sich vor allem Sponsoren oder finanzkräftige Privatpersonen denn sonst wird das geflügelte Wort der „brotlosen Kunst“ schnell Realität. Wer nun denkt – „Moment Mal – das Art-Werk gibt es doch schon längst“ – liegt richtig. Vor 4,5 Jahren eröffnete Gabriele von Mauschwitz das Ladenlokal an der Poststraße. Immer wieder hat sie Künstler eingeladen, ihre Werke dort auszustellen und zu verkaufen.

Auf die Dauer hat sich das nicht gerechnet und für Gabriele von Mauschwitz war klar, dass sie das Art-Werk mit einer Vereinsgründung auf neue Beine stellen muss. „Denn 50 Prozent vom Verkaufserlös für mich selbst zu behalten, wie die großen Galerien das üblicherweise tun, das habe ich wirklich nie gewollt“.

(RP)
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