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Kultur im Netz für Stubenhocker: Plattform neanderticket.de sammelt Angebote

Wegen Corona : Kultur im Netz für Stubenhocker: Plattform sammelt Angebote

Konzert? Kino? Ausstellungsbesuch? Davon können wir derzeit nur träumen. Gegen die drohende kulturelle Aushungerung wächst allerdings etwas – eine Plattform im Internet, die Angebote aus der Region bündelt und dafür noch auf der Suche nach neuen Beiträgen ist.

Unter der Adresse www.neanderticket.de/corona soll eine Liste mit „Kultur für Daheimgebliebene“ fortgeschrieben werden. Dahinter steht die Veranstaltungsplattform NeanderTicket.de, die sich mit dieser Aktion „für das Überleben des vielfältigen Kulturangebots in der Region einsetzen“ möchte, wie Geschäftsführer Marcel Sebastian erläutert.

Wer die Netzadresse neanderticket.de/corona ansteuert, findet dort nach Rubriken sortiert zum Beispiel Streaming-Dienste, die täglich Live-Konzerte aus der Region ins Internet senden, Clips von lokalen Musikern und Comedians, ein Video-Tagebuch von Jugendlichen, außerdem Angebote von Museen und Galerien sowie viele weitere Projekte, mit denen Kunst und Kultur zum Publikum nach Hause kommen.

Im Abschnitt „Kultur-Lieferdienste aus der Region“ sind beispielsweise Buchhandlungen und Musikgeschäfte aufgeführt, die derzeit zwar nicht mehr öffnen dürfen, ihre Kunden aber noch am Telefon beraten und Bestelltes gratis nach Hause liefern. Und Bibliotheken bieten die kostenlose Nutzung von eBooks, Video- und Audio-Angeboten an.

Zurzeit ist der Kreis Mettmann auf dieser Plattform noch sehr übersichtlich vertreten, aber das kann sich täglich ändern. Wer etwas beisteuern möchte, meldet sich per Mail an redaktion@bergisch-live.de.  Wichtig bei vielen Angeboten: Es geht den Künstlern darum, trotz der Krise weiter zu arbeiten. Es wird improvisiert, es wird aber auch um Unterstützung gebeten.

„Vieles, was vor der Krise selbstverständlich war, wird durch die aktuellen Umstände in Frage gestellt. Deshalb finden sich in der Liste auch Theater, die Stuhlpatenschaften anbieten, und Musiker, die Eintrittskarten für das erste Konzert nach Corona verkaufen“, erläutert Marcel Sebastian.

Kaum ein Bereich sei so früh und so dramatisch von der Corona-Krise betroffen wie Kunst und Kultur. Theater und Clubs haben geschlossen. Kinos, Museen und Galerien bleiben zu. „Eine komplette Branche hat innerhalb von Tagen nahezu alle Möglichkeiten verloren Einnahmen zu erwirtschaften. Das hat nicht nur kurzfristige Folgen, sondern auch langfristige Auswirkungen: Vieles, das über die Jahre aufgebaut wurde und gewachsen ist, ist akut in seiner Existenz bedroht“, betont Sebastian.

Daher seien in den letzten Tagen zahlreiche Kulturangebote ins Internet gegangen und weitere Projekte würden vorbereitet. Die Veranstaltungsplattform NeanderTicket.de trägt sie zusammen.

(hup)