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Mettmann: Kreuzung Kö-Galerie droht Dauerstau

Mettmann : Kreuzung Kö-Galerie droht Dauerstau

Das Einkaufs-Center erwartet jeden Tag Tausende Besucher. Der Verkehr läuft aber ausschließlich über die Talstraße.

Die Bauarbeiter arbeiten nach Kräften, damit die Eröffnung der neuen Kö-Galerie am nächsten Donnerstag gut über die Bühne gehen kann. Tausende Besucher sollen dann jeden Tag in Mettmanns Innenstadt im neuen Konsum-Tempel einkaufen.

Wie der stark ansteigende Autoverkehr aber rund um die neue Kö-Galerie fließen soll, ist fraglich. Einzig die Kreuzung Talstraße/Am Königshof wird den massiv steigenden Autoverkehr bewältigen müssen. Ein Verkehrskonzept zu den Auswirkungen von Kö-Galerie und dem angrenzenden Ko-Karree hat die Stadt nicht. Mettmanns Abteilungsleiter Stephan Kopp, zuständig für die Verkehrsinfrastruktur beruhigt: "Wir werden nach dem Start sehen, ob es Probleme gibt und ob wir bei der Ampelschaltung nachsteuern müssen."

"Der Durchgangsverkehr und der Ziel- und Quellverkehr zu den Gewerbegebieten finden zu häufig ihren Weg durch die Mettmanner Innenstadt, deren Kreuzungen und Straßen für große Lkw nicht ausreichend dimensioniert sind", heißt es bereits im IHK-Verkehrsgutachten von 2009. Die Lage ist nicht besser geworden. Sie wird sogar angespannter. Viele auswärtige Autofahrer erreichen die Kö-Galerie künftig über die Düsseldorfer Straße. Dort hat Straßen NRW es mittlerweile nach monatelangem Herumdoktern geschafft, eine einigermaßen funktionierende Grüne Welle zu installieren.

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Doch das wird kaum reichen. Tausende Besucher werden bald zusätzlich in die Innenstadt fahren. Das neue Parkhaus am Königshof ist größer als sein Vorgänger: mehr als 500 Stellplätze. Doch der Zugang läuft direkt über eine Einfahrt an der Talstraße oder aber über die Talstraße in die Straße Am Königshof und dann über die Hauptzufahrt. Dort wird ein kleiner Kreisel, der im Sommer fertig sein wird, Ein- und Ausfahrten regeln. Allein hier sollen rund 84 Prozent der Parkhausbesucher abgewickelt werden.

Viele haben Zweifel, ob das alles klappt, zumal die Straße Am Königshof hin zur Breite Straße für den Verkehr gesperrt wird. Die Fläche vor dem Kö-Karree dahinter wird ein sogenannter Shared Space, eine Art Fußgängerzone mit allen gleichberechtigten Verkehrsteilnehmern. Am Königshof wird also zur Sackgasse.

Die Stadt macht sich kaum Sorgen. Sie hat einige Verkehrszählungen aus dem Jahr 2009 hochgerechnet und vertraut auf das Ausbleiben eines Chaos. Damals war das Kaufhaus Hertie längst geschlossen, nur Parkplatz und -deck standen noch zur Verfügung. An einem Donnerstagnachmittag zählte man am Königshof/Talstraße/Ringstraße 2840 Fahrzeuge pro Stunde. Nach der Eröffnung rechnet man mit 3500 Fahrzeugen. An der Ecke Breite Straße/Talstraße zählte man 2009 2020 Fahrzeuge. Nun soll die Zahl auf 2315 steigen.

Ob diese Zahlen reichen oder ob mit viel mehr Autos zu rechnen ist, wird die Zeit nach der Eröffnung am Donnerstag zeigen. Sollte selbst ein "nachsteuern" der Ampel nicht reichen, verweist Kopp auf den Investor.

Der habe bei Problemen zugesagt, nötige Infrastrukturmaßnahmen in Angriff zu nehmen — und auch zu bezahlen.

(RP/ila)