Kreis Mettmann: Neue Weide für die Wisent-Herde

Mettmann : Neue Weide für die Wisent-Herde

Die Planungen für den neuen Neandertalhof stehen kurz vor der Vollendung. Baubeginn könnte noch in diesem Jahr sein.

Ein ausgewachsener Wisent bringt schon mal etwas mehr als 600 Kilo auf die Wage. Und wenn sich diese Fleisch gewordene Naturgewalt mit einem Gewicht von mehr als einer halben Tonne gegen irgendeinen Zaun wirft, ist davon am Ende nicht mehr viel übrig. Also haben Klaus Adolphy, Abteilungsleiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Mettmann, und Architektin Simone Müschenborn doppelte Sicherheit eingeplant: Die neue Wisent-Weide am Wildgehege – in unserer Grafik orange-rot markiert – soll neben einem zwei Meter hohen, sehr massiven Metallzaun auch noch mit einem innen liegenden, Strom führenden Zaun ausgestattet werden. Damit nur ja keines dieser Tiere auf die nahe Straße oder gar in Richtung S-Bahngleise entfliehen kann.

Der Kreis Mettmann plant zurzeit den neuen Neandertalhof. Zirka 200 Meter von der Aussichtsplattform des Eiszeitlichen Wildgeheges entfernt soll er auf einer rund 4,7 Hektar großen Ackerfläche errichtet werden, die nicht mehr im Naturschutzgebiet liegt. Im Gegenteil: „Wir wollen das Naturschutzgebiet stärken“, sagt Sprecherin Daniela Hitzemann. Deshalb sollen die Besucher, die vom Neanderthal Museum in Richtung Wildgehege wandern, durch einen lückenlosen und barrierearmen Rundweg planvoll so durch Feld und Wald gelenkt werden, dass sie Flora und Fauna nicht stören.

Das Feld, auf dem sich künftig Neandertalhof und Wisent-Weide befinden, hat der Kreis von der Stadt Erkrath gepachtet. Die Lage sehen die Verantwortlichen beim Kreis als ideal an, liegt der Hof doch ziemlich genau zwischen den Parkplätzen der S-Bahnhöfe Hochdahl und Millrath, ist also von dort aus zu Fuß bequem zu erreichen. Der Hof soll mehrere Funktionen erfüllen. Er ist mit seinem Nebengebäude Stall für Wisente und Tarpane, hat Büros für Hegemeister und Absolventen des Freiwilligen Ökologischen Jahrs und bietet Raum für Führungen und Umweltbildung. Unterstützt wurde der Kreis beim Entwurf der Stallungen, in denen die Tiere auch gepflegt und ärztlich versorgt werden können, vom ehemaligen Direktor des Wuppertaler Zoos, Ulrich Schürer.

Die Planungen stehen vor der Vollendung und sollen am 18. März vom zuständigen Ausschuss beraten werden. Geht alles glatt, fällt der Kreisausschuss am 30. September die letztgültige Entscheidung über das Projekt. Gibt auch er grünes Licht, soll noch in diesem Jahr Baustart sein: „Wir würden gerne noch im Oktober beginnen“, sagt Adolphy. Baubeginn für das Nebengebäude wäre im Jahr 2020. Die Kosten für das Projekt liegen im niedrigen, siebenstelligen Bereich.