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Kreis Mettmann: Kreisjugendrat ist beschlossene Sache

Politischer Nachwuchs : Kreisjugendrat ist beschlossene Sache

Als Instrument für den politischen Nachwuchs gibt es künftig dieses kreisweite Gremium. Als einzige Stadt kann Wülfrath keine jungen Menschen nach Mettmann entsenden – denn bislang gibt es hier nämlich keinen Jugendrat.

Soll die parlamentarische Demokratie eine Zukunft haben, braucht sie junge Akteure. Dazu gibt es verschiedene Instrumente der Mitbestimmung, eines davon sind die städtischen Jugendräte. Auf kreisweiter Ebene hat jetzt der Kreisausschuss als künftige Mitsprache- und Mitwirkungsmöglichkeit einstimmig einen Kreisjugendrat beschlossen.

Wer hier mitmischt, also Vertreter ist, dem wird „das Recht eingeräumt, in öffentlichen Fachausschusssitzungen zu Beratungsgegenständen Stellung zu nehmen“, heißt es offiziell. Primär gelte nun, dass sich zunächst der Kreisjugendrat organisiere und seine Arbeit starte. So weit so schön – in Mettmann und Erkrath sowie den anderen Städten des Kreises gibt es bereits solche Jugendräte. Nur in Wülfrath fehlt dieses Gremium.

Ursprünglich auch von der örtlichen SPD-Fraktion initiiert, fragte Ilona Küchler von der Partei Die Linke, engagiert in der Stadt und beim Kreis, nach dem Stand der Dinge. „Wir wollen das offen gestalten“, sagte Angela Sprink vom Kinder- und Jugendhaus, Dreh- und Angelpunkt für Belange der Jugend. Zur ersten Open Space-Veranstaltung im Februar 2020 trafen sich 22 junge Leute zwischen zehn und 35 Jahren, um gemeinsam Visionen, Ideen und Rahmenbedingungen für ein Wülfrather Beteiligungsgremium zu diskutieren und zu entwickeln.

Erste konzeptionelle Überlegungen zur Konstituierung eines Jugendbeteiligungsgremiums und dessen Einbindung in kommunale Strukturen wurden dort formuliert. Zehn Teilnehmer haben Interesse bekundet, die Abteilung Kinder- und Jugendförderung bei der weiteren Konzeptentwicklung zu unterstützen. Doch von den Auflagen der Corona-Pandemie war auch das Kinder- und Jugendhaus betroffen, es wurde geschlossen. Folgerichtig lag auch die Arbeit am Konzept für ein Beteiligungsgremium auf Eis. Eine bereits geplante Veranstaltung mit interessierten Erwachsenen aus Politik und Verwaltung konnte ebenfalls nicht stattfinden.

Der konzeptionelle Entwicklungsprozess zur Gründung eines Jugendbeteiligungsformates war bis Anfang Juni ausgesetzt, wurde aber nach Aufhebung der Einrichtungsschließung wieder aufgenommen, heißt es in einer offiziellen Verwaltungsmitteilung. „Wir hoffen bald junge Leute in Kreisgremium entsenden zu können“, erkärte Dezernentin Michaele Berster jüngst. Aus der Politik kam die Anregung, dem neu zu gründenden Jugendrat einen kleinen Etat zur Seite zu stellen. „So lernen die jungen Leute von Anfang an, mit begrenztem Budget zu arbeiten“, erklärte Wolfgang Peetz von der Wülfrather Gruppe. Auch Stephan Mrstik von den Grünen sagte die Unterstützung seiner Partei zu.