Pandemie im Kreis Mettmann Steigende Corona-Inzidenz bereitet noch keine Probleme

Mettmann/Erkrath/Wülfrath · Es gibt auch Quarantänefälle bei Mitarbeitern im Krankenhaus, Feuerwehr oder Altenheimen. Ein Zusammenbruch der Strukturen droht aber nicht.

 Intensivstation im EVK: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Patienten und Mitarbeiter ist nach Angaben des Krankenhauses überschaubar.

Intensivstation im EVK: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Patienten und Mitarbeiter ist nach Angaben des Krankenhauses überschaubar.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

(am/hup) Die Corona-Infektionszahlen schießen bundesweit in ungeahnte Höhen, immer mehr Menschen müssen in Quarantäne bleiben. Wie wirkt sich die hohe Inzidenz auf die systemrelevanten Berufsgruppen aus? Wir haben uns umgehört.

Im Evangelischen Krankenhaus Mettmann (EVK) ist die Lage bisher übersichtlich. „Wir hatten schon deutlich höhere Zahlen“, sagt Pressesprecherin Hannah Lohmann auf Nachfrage, ohne eine genaue Zahl nennen zu wollen. „Das ist immer nur eine Momentaufnahme. Aber wir hoffen, dass es so bleibt“, erklärt sie. Zum Schutz von Mitarbeitern und Patienten werde jeden Tag getestet und die strengen Hygieneregeln seien „ins Blut übergegangen“. Auch die Anzahl der Corona-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, sei derzeit gut zu händeln. „Die Impfung zeigt deutlich ihre Wirkung“, betont sie.

Ähnlich ist die Situation bei der Polizei im Kreis Mettmann. „Es gibt erkrankte Kollegen, aber nicht in dem Ausmaß“, sagt eine Sprecherin. Dienste könnten problemlos besetzt werden. „Toi, toi toi. Noch ist alles gut“, sagt auch Volker Paikert, Einrichtungsleiter des Senioren-Parks carpe diem in Mettmann. Aktuell seien drei der 160 Mitarbeiter infiziert, die sich vermutlich im privaten Bereich angesteckt haben. „Ich befürchte aber, die Anzahl wird bald steigen, weil in den Schulen und Kitas nun immer weniger getestet wird, dort aber aktuell die meisten Infektionen stattfinden“, erklärt er. Bei den Bewohnern gebe es zurzeit keinen Corona-Fall.

Die Feuerwehren in Mettmann, Erkrath und auch Wülfrath sehen sich momentan ebenfalls gut aufgestellt mit Teststrategie und Hygienekonzept, das für alle Einheiten im gesamten Kreis gilt. „Man weiß aber natürlich nicht, wie es in zwei Wochen aussieht“, sagt der stellvertretende Leiter in Mettmann, Matthias Mausbach. Erkraths Feuerwehrchef Guido Vogt meldete zuletzt eine „wieder bessere“ Lage, mit vier wegen Corona ausfallenden hauptamtlichen Kräften. Es waren aber auch schon mal zehn auf einen Streich, was dann schon eine grenzwertige Größenordnung sei, die aber durch Verschiebungen von haupt- und ehrenamtlichen Kräften habe ausgeglichen werden können. Prävention bleibe das Gebot der Stunde. „Wir halten unsere Abteilungen streng getrennt, arbeiten in kleinen Gruppen, dokumentieren alle Kontakte, testen jeden Morgen und tragen ständig Maske“, unterstreicht Guido Vogt.

Deutlich spürt das Deutsche Rote Kreuz in Wülfrath (DRK) hingegen die Auswirkungen, sowohl in der Kita als auch beim Rettungsdienst, sagt der DRK-Vorsitzende Sebastian Dahms. „Aber wir haben das gut im Griff, halten den Betrieb mit großen Mühen aufrecht“, fügt er hinzu. Der Krankenstand sei doppelt so hoch wie üblich. Bei der Kita mussten zwischenzeitlich zwar Betreuungszeiten eingeschränkt, aber bisher noch keine Gruppe geschlossen werden.

Auffällig sei, dass die Zahl der positiven Tests bei der DRK-Teststelle sowie den Reihentestungen zunehme, obwohl die Anzahl der Tests rückläufig sei. „Was wir zu Beginn der Pandemie am Ende einer Woche hatten, haben wir jetzt an einem Tag“, sagt Dahms zum Vergleich. Bei den Krankentransporten sind es rund ein Drittel mehr als üblich und rund 80 Prozent der Patienten sind positiv. Nicht immer ist Corona der Grund für den Transport ins Krankenhaus. „Das Maß an Eigenverantwortung muss mit dem Wegfall der Maßnahmen steigen“, appelliert Dahms eindringlich.

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