Bilanz für den Kreis Mettmann Höhere Arbeitslosigkeit wegen früher Sommerferien

Kreis Mettmann · Nicht nur auf die Urlaubsplanungen haben die großen Schulferien Auswirkungen, sondern auch auf den Arbeitsmarkt im Kreis Mettmann. Wie die Zahlen sich im Juni entwickelt haben.

 Karl Tymister ist Chef der Arbeitsagentur Mettmann.

Karl Tymister ist Chef der Arbeitsagentur Mettmann.

Foto: Guntmar Fritz

Die saisontypischen Entwicklungen haben wegen der sehr frühen Sommerferien bereits einen Monat früher als sonst üblich eingesetzt. So hielten sich die Arbeitgeber bereits jetzt mit Neueinstellungen vor der Urlaubszeit zurück, informiert die Agentur für Arbeit. Die höhere Arbeitslosigkeit ist also nicht auf Entlassungen, sondern auf weniger Neueinstellungen zurückzuführen. Zudem wurden die Abschlussprüfungen einiger Ausbildungen einen Monat vorgezogen, weshalb der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit bereits im Juni begonnen hat. Grundsätzlich zeigt sich der Arbeitsmarkt aber weiterhin stabil. Insgesamt waren 16.679 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 309 Personen oder 1,9 Prozent mehr als im Mai und 1012 Personen bzw. 6,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt von 6,3 Prozent im Mai auf aktuell 6,4 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 6,0 Prozent.

„Unverändert hoch bleibt die Arbeitskräftenachfrage. Die Zahl der angebotenen Stellen ist im Juni sogar leicht gestiegen. Die meisten Unternehmen suchen Fachkräfte. Wer einen Berufsabschluss nachholt oder sich beruflich weiterbildet, hat auf dem Arbeitsmarkt derzeit sehr gute Chancen“, so Karl Tymister, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann.

Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es für Jugendliche wenige Wochen vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch viele Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Es gibt mehr freie Stellen als suchende Bewerber, aktuell 1160 Ausbildungsstellen.

Im Kreis Mettmann meldeten sich im Juni insgesamt 2972 Personen arbeitslos. Das waren 172 mehr als im Mai und 237 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 2672 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, 490 weniger als im Mai, aber 88 mehr als vor einem Jahr. Im Bereich der Geschäftsstelle Mettmann sind momentan 2946 Menschen arbeitslos; 39 mehr als im Mai und 165 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt damit von 6,8 Prozent im Mai auf aktuell 6,9 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 6,5 Prozent.

In der Stadt Mettmann sind aktuell 1225 Menschen arbeitslos, das sind 35 mehr als im Mai und 34 mehr als vor einem Jahr. Auch die Mettmanner Arbeitslosenquote steigt von 5,8 Prozent im Mai auf aktuell 6,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug diese ebenfalls 5,8 Prozent.

In Erkrath sind zurzeit 1721 Menschen arbeitslos, das sind vier mehr als im Mai und 131 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote für Erkrath bleibt jedoch unverändert wie im Mai bei aktuell 7,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug diese noch 7,1 Prozent.

626 Menschen in Wülfrath sind aktuell als arbeitslos gemeldet, das sind sieben mehr als im Mai und 51 mehr als vor einem Jahr. Für Wülfrath gibt es wegen der geringen Größe keine Quote.

(rie)
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