Unfallstatistik im Kreis Mettmann Deutlich weniger Verletzte auf den Straßen

Kreis Mettmann · Die Kreispolizei legt Verkehrsunfallstatistik 2021 vor. Die Zahl der Unfälle unter Alkohol und Drogen steigt deutlich an. Und: Pedelec-Stürze nehmen zu.

 Vorn der Unfall auf der Kreuzung Südring/Düsseldorfer Straße – im Hintergrund das Präsidium der Kreispolizei: Momentaufnahme aus dem Jahr 2021.

Vorn der Unfall auf der Kreuzung Südring/Düsseldorfer Straße – im Hintergrund das Präsidium der Kreispolizei: Momentaufnahme aus dem Jahr 2021.

Foto: Kreispolizei Mettmann

Alle 42 Minuten passiert im Kreis Mettmann ein Unfall. Alle sechs Stunden wird ein Mensch im Straßenverkehr verletzt. Alle 2,5 Stunden flüchtet ein Verursacher von einem Unfallort, ohne sich um den von ihm angerichteten Personen- oder Sachschaden zu kümmern. Das ist der Alltag auf den Straßen zwischen Velbert und Monheim, Ratingen und Haan. Da gibt es immer noch jede Menge zu tun für die Polizei. „Doch bei den Verkehrsunfällen liegen wir etwa um 20 Prozent unter dem Durchschnitt des Landes NRW“, freute sich Landrat Thomas Hendele am Montag, als er die Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2021 anmoderierte. Hendele verwies sehr gern darauf, dass der Kreis Mettmann mittlerweile unter den besten Zehn, den Top Ten, der Städte und Kreise mit dem sichersten Straßenverkehr liegt.

Und das, obwohl die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2021 um zwei Prozent auf 12.385 polizeilich registrierte Unfälle gestiegen ist. Kunststück: 2020 drückten Corona-Lockdown und Heimbüro auf ein historisches Tief von 12.131 Verkehrsunfällen. Wer sich nicht oder nur wenig bewegt, kommt entsprechend seltener unter die Räder. Trotz 2021 wieder leicht gestiegener Zahl von Verkehrsunfällen gab es 8 Prozent weniger Verletzte – 1422 (Vorjahr 1551) Menschen kamen eben nicht unbeschadet durch die Straßen. 7 (Vorjahr 12) Verkehrsteilnehmer verloren hier gar ihr Leben.

Die Frage, warum es im vergangenen Jahr zwar mehr Unfälle, aber deutlich weniger Verletzte gab, beantwortet der Leiter der Direktion Verkehr Thomas Obst mit einem Bündel von Gründen. Die Sicherheitstechnik in den Autos sei besser geworden, identifizierte Unfallschwerpunkte wurden in Zusammenarbeit von Kreispolizei und Städte entschärft. „Zudem wird insgesamt langsamer gefahren“, sagt Obst – und verweist auf Studienergebnis: „Einen Unfall mit Tempo 50 überleben acht von zehn Personen. Bei einem Unfall mit Tempo 65 sind acht von zehn Beteiligten hinterher tot.“

 Legten die Statistik vor: (v.l.) Landrat Thomas Hendele, Ursula Tomahogh, Abteilungsleiterin Polizei und Thomas Obst, Leiter der Direktion Verkehr.

Legten die Statistik vor: (v.l.) Landrat Thomas Hendele, Ursula Tomahogh, Abteilungsleiterin Polizei und Thomas Obst, Leiter der Direktion Verkehr.

Foto: Dirk Neubauer

Ernste Sorgen bereitet der Polizei der enorme Anstieg an Drogenvergehen im Straßenverkehr. Im Jahr 2021 registrierte die Kreispolizeibehörde Mettmann 130 (Vorjahr 126) Unfälle, bei denen mindestens ein Beteiligter unter dem Einfluss von Alkohol stand. Das entspricht einer Zunahme um 3,2 Prozent. Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen mindestens ein Beteiligter unter dem Einfluss von Drogen stand, stieg von 29 auf 43 – eine Zunahme von 48 Prozent. Die Leitende Polizeidirektorin Ursula Tomahogh ordnet diesen Anstieg so ein: „Hierbei handelt es sich um sogenannte Kontrolldelikte. Wenn die Polizei stärker kontrolliert, werden auch mehr Verstöße in dem Bereich aufgedeckt. Für den Kontrollerfolg entscheidend ist aber, dass unsere Beamtinnen und Beamten auf immer mehr Erfahrung und Fachwissen zurückgreifen können.“

Risiko-Transportmittel auf zwei Rädern bleibt das Pedelec, das Fahrrad mit Elektromotor-Unterstützung. Während die Zahl der verunglückten Radfahrer im Kreis Mettmann im Jahr 2021 um 17 Prozent zurückging, nahm die Zahl der verunglückten Pedelec-Fahrer leicht zu – plus 1 Prozent. Insgesamt stürzten im Vorjahr 431 (davor 497) Radler – mit und ohne eingebauten Rückenwind. „Unsere Auswertungen zeigen, dass viele Seniorinnen und Senioren von Unfällen mit dem Pedelec betroffen sind. Die Körperkraft und die Sinneswahrnehmungen lassen schon ab dem mittleren Alter nach und lassen sich nur bedingt durch Erfahrungen ausgleichen“, erläuterte Thomas Obst. Rechtzeitig zu Frühjahrsbeginn habe die Polizei ihre Fahrradstaffel reaktiviert.

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