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Kreis Mettmann: Corona-Impfungen beginnen Sonntag

Corona-Pandemie im Kreis Mettmann : Am Sonntag starten die Impfungen

Das Impfzentrum in Erkrath ist betriebsbereit, doch zunächst geben mobile Teams in Mettmann und den anderen Städten Bewohnern und Beschäftigten von Seniorenheimen die Anti-Corona-Spritze. Wenn sie geimpft werden wollen.

Bislang zählt der Kreis Mettmann 227 Corona-Tote und aktuell 1186 Infizierte. Nach der Freigabe des von Biontech entwickelten Impfstoffs liegt die Hoffnung in der Pandemie auf der Spritze – vor allem zum Schutz der anfälligen Senioren, der Pflegekräfte und Ärzte. Bereits am Sonntag, 27. Dezember, soll im Kreis Mettmann mit den Corona-Impfungen begonnen werden, kündigt Kreissprecherin Daniela Hitzemann an. „Allerdings kommt auch hier – wie überall im Land – nicht jeder Impfwillige sofort an die Reihe.“

Das Impfzentrum Erkrath ist laut Landrat Thomas Hendele betriebsbereit. „Der Impfbetrieb dort wird aber erst anlaufen, wenn genügend Impfstoff verfügbar ist. Deshalb werden von der kassenärztlichen Vereinigung vorerst auch noch keine Termine für die Impfung im Impfzentrum vergeben.“ Für die meisten Menschen im Kreis heißt das nach den Worten von Hendele, „dass sie sich noch in Geduld üben müssen“.

Der Impfstoff steht nur in begrenzten Mengen zur Verfügung, weshalb der Bund in seiner Impfverordnung eine Reihenfolge der zu Impfenden festgelegt hat. Dabei spielen laut Kreissprecherin Hitzemann „vor allem das Lebensalter, altersunabhängige Risikofaktoren wie chronische Erkrankungen und Tätigkeiten oder Lebenssituationen, die ein höheres Risiko bedeuten, eine Rolle“.

Wo und in welchem Umfang geimpft wird, wird derzeit noch geklärt. „Mit Blick auf die zu Beginn überschaubare Menge an Impfstoff sollten etwa die Kommunen nun noch einmal eine (Nach-)Priorisierung der uns vor einigen Tagen bereits gemeldeten Einrichtungen vornehmen“, erklärt Christopher Schneider von der KV Nordrhein auf RP-Nachfrage. Ab Sonntag wird zunächst in Pflegeeinrichtungen geimpft. Mobile Teams der kassenärztlichen Vereinigung werden laut Hitzemann in den Städten die Einrichtungen aufsuchen und sowohl die Bewohner als auch die Beschäftigten impfen. „Fast 150 Pflegeeinrichtungen gibt es im Kreis, rund 12.600 Menschen leben oder arbeiten dort.“ Einrichtungen, in denen tatsächlich geimpft wird, sind offiziell benachrichtigt. Wie die ersten Impfungen verlaufen sind, wird am Sonntag online auf kvno.de berichtet.

„Die Informationsketten laufen immer sehr flott“, beschreibt Renate Zanjani von der Bergischen Diakonie Aprath das Prozedere. „Wir waten noch auf die Bestätigung, wann wir geimpft werden“, sagt sie. Die Zeit wird genutzt, so genannte Impfstraßen vorzubereiten, damit alles am Tag X bereit ist. 250 bis 300 Senioren kämen hier als Impflinge in Frage. Auch die Mettmanner Einrichtung Wohnstift Haus Königshof wartet noch auf die offizielle Mitteilung, wie Stephan Mayer sagt. „Wir bereiten alles vor“, zunächst geht es um Impfungen für 22 Bewohner der stationären Pflege.

Bis Silvester soll der Kreis Mettmann nach Angaben von Landrat Hendele drei Impfstofflieferungen erhalten, mit denen insgesamt 4300 Menschen geimpft werden sollen. „Angenommen, in den Einrichtungen möchte sich jeder impfen lassen, dann bräuchte man allein dafür insgesamt mehr als 25.000 Impfdosen.“ Für die Wirksamkeit bedürfe es pro Person zweier Impfungen im Abstand von etwa drei Wochen. „Bis also die Pflegeeinrichtungen durchgeimpft sind, können durchaus mehrere Wochen vergehen.“

Über 80-Jährige, die zu Hause leben, gegebenenfalls dort gepflegt werden und nicht mobil sind, sollen Hitzemann zufolge ebenfalls schnellstmöglich geimpft werden. „Da der zunächst eingesetzte Impfstoff von Biontech/Pfizer sehr transportempfindlich ist, soll dies mit einem weniger empfindlichen Impfstoff durch die Hausärzte geschehen.“ Es wird erwartet, dass weitere Impfstoffe wie etwa des Herstellers Moderna in Kürze ihre Zulassung erhalten.

Für alle weiteren Bevölkerungsgruppen im Kreis Mettmann steht der Impfbeginn laut Hendele noch nicht fest. „Aber jeder, der an der Reihe ist, wird es auf jeden Fall erfahren.“ Der Landrat appelliert an alle Bürger, geduldig zu sein. Noch viel eindringlicher bitte er alle, die das Impfangebot erhalten, es auch unmittelbar zu nutzen. „Nur wenn sich genügend Menschen impfen lassen, erreichen wir die notwendige Herdenimmunität“, zitiert Hendele Erkenntnisse der Virologen. „Und dann können wir hoffentlich im Laufe des kommenden Jahres zu einem Leben ohne coronabedingte Einschränkungen zurückkehren.“