Erkrath: Kreativer Treff für Menschen mit dementen Angehörigen

Erkrath : Kreativer Treff für Menschen mit dementen Angehörigen

Lieselotte Bierfeld ist 86 Jahre alt und seit fünf Jahren eine der zertifizierten Betreuerinnen im Café für Demenzkranke. Sie wird auch dabei sein, wenn das "Kaffeekränzchen" im Johanniter´-Haus am 29. April mit einem neuen Konzept startet. Denn Lieselotte Bierfeld findet immer das richtige Wort für die Besucher, "weil ich gar nicht als Betreuungskraft wahrgenommen werde", sagt sie.

Bisher konnten Angehörige von Dementen ihre Kranken einmal im Monat für drei Stunden in der Begegnungsstätte unterbringen, um für sich Zeit zu haben, erzählt Marion Wippermann, Leiterin des Treffs. In Hochzeiten kamen acht Personen zur Betreuung. Zum Schluss war es nur noch eine Frau, die mit ihrem Mann kam, der dann auch gleich zum Kaffee blieb. "Wir haben gedacht, vielleicht ist das der neue Ansatz", sagt Wippermann. "Dass Menschen mit ihren dementen Angehörigen gemeinsam kommen. Wir trinken zur Einstimmung mit ihnen Kaffee, dann singen wir, machen kleine gymnastische Übungen, ergänzen Sprichwörter und spielen Spiele, die das fördern, was noch vorhanden ist."

Das "Kaffeekränzchen" soll ein Ort sein, wo sich niemand für das ungewöhnliche Verhalten seines Angehörigen schämen muss, sagt Wippermann. Außerdem kämen die Pflegenden miteinander in Kontakt. Immer am letzten Montag im Monat soll das Treffen stattfinden. Eine Anmeldung ist nötig, damit sich die Betreuer auf den Gast einstellen können. Vier Ehrenamtler stehen Wippermann zur Seite. Da drei eine Qualifizierung zum Betreuer beim Kreis gemacht haben, ersetzt die Pflegekasse die Teilnahmekosten von 15 Euro. Mehr Info unter Telefon 02104 216010.

(ik)
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