Konzert des Mädchenchores in Mettmann

Marktkonzert in St. Lambertus : Mädchenkantorei begeistert mit Musical

Marktkonzert in St. Lambertus hat diesmal einen aktuellen Bezug zu Friday for Future und zur Iran-Krise.

25 Jahre Kinder - und Jugendchöre an St. Lambertus (unter Matthias Röttger) und 40 Jahre Chorarbeit an der evangelischen Kirche, - so feierte man einfach 65 Jahre, wie Roselies Evang augenzwinkernd sagte, die beim Marktkonzert in St. Lambertus mit ihrer Mädchenkantorei zu Gast war.

Eine hervorragend agierende Combo ( Andres Menhart – Gitarre, Armin Runge – Kontrabass, Matthias Jelonek – Schlagzeug, der all umtriebige Oliver Richters am Piano) und der blendend aufgestellte Mädchenchor, der seit längerem von Constanze Backes stimmtechnisch betreut wird, boten unter der Leitung von Roselies Evang eine Musical-Messe mit großer Aktualität.

Das Musical von Johannes Matthias Michel, das der nunmehr in Mannheim beheimatete Musiker bereits 1997 komponierte, hat mit Fridays for Future und der Entwicklung im Iran und anderen Brennpunkten der Welt derart zeitnahe Brisanz, die den Atem stocken ließ.

Schon der Aufschrei des Sprechers Markus Diehl, dass der Herr sein Gebot an den Menschen: „Macht euch die Erde untertan“ zurücknehmen solle, machte mehr als nachdenklich, und der erste Choreinsatz: „Herr, erbarme dich“, forcierte dieses und war berührend vorgetragen.

Großartig überzeugten die Soli von Sarah Bern, die mit ihrer Stimme genau den Charakter dieses Stückes zwischen Jazz und Pop einzufangen wusste und Widerstand einforderte, - denn was macht schon das bisschen Gift im Meer, der kleine tote Fisch...

Wunderbar waren die wechselnden Stimmungen, mit denen der Komponist dieses Werk gestaltet hatte, denn von Widerstand war bei dem Marienlied zunächst nicht die Rede. Die Mutter Gottes wurde besungen in ihrer demutsvollen Schlichtheit, - die heutige Maria aber wohnt im Dschungel, im Krieg, wo Bomben drohen. Und die Rhythmen verschärften sich, wurden aggressiver.

Und noch einmal Sarah Bern, die dem Krieg mit seinen entsetzlichen Folgen in einem Klagelied: „Zerfetzt, verhungert durch Hass und Gier“ beklemmenden Ausdruck verlieh.

Was konnte diesen aufwühlenden Worten nur noch folgen? - Ein „dona nobis pacem, das der Chor unter der mitfühlenden, aber auch nachdrücklich agierenden Dirigentin Roselies Evang so innig vortrug: Herr, gib uns Frieden.

Viel Beifall vom Publikum in St. Lambertus.

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