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Mettmann: Komödien und Krimis in Mettmann

Mettmann : Komödien und Krimis in Mettmann

Mit Komödien und Liederabenden will das Kammerspielchen an der Poststraße das Publikum nun endlich erobern.

Als "nicht gerade einfach" resümiert Ernst-Werner Quambusch die vorangegangenen beiden Spielzeiten seines Kammerspielchens. Über 57 Plätze verfügt das Boulevardtheater an der Poststraße, die Auslastung liegt bei durchschnittlich etwa 30 Prozent, wie der Theaterchef auf RP-Nachfrage sagt. "Da ist also durchaus noch Luft nach oben. Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt". Mit der Dependance in Solingen war er auf Anhieb "wesentlich erfolgreicher, es war viel leichter, dort ein Stammpublikum zu erobern".

Auch in der dritten Spielzeit setzt Quambusch auf die - eigentlich -bewährte Mischung aus Komödien, Liederabenden und Krimis. Nach dem Gastspiel "Eulenspiegels Enkel" Anfang September macht heute der Klassiker "Barfuß im Park" den Auftakt, landauf und landab als garantierter Zuschauermagnet auf die Spielpläne gesetzt und durch die Verfilmung mit Jane Fonda und Robert Redford aus dem Jahr 1967 unvergessen.

Hans Richter, einst Schauspieler im Ensemble der Wuppertaler Bühnen und inzwischen als Regisseur tätig, lässt Kathrin Bolle und Nils Jacobi als frisch verheiratetes Ehepaar den ganz normalen Alltag jenseits der rosaroten Liebesbrille erleben und erleiden. Nika von Altenstadt ("Lindenstraße") mischt als Schwiegermutter mit und sorgt für zusätzliche Turbulenzen. Nach der Premiere heute folgen zwei weitere Aufführungen am 19. und 20. September.

Familiär geht es ab 25. Oktober weiter. Dann lüftet sich erstmalig der Vorhang für "Schöne Geschichten von Papa und Mama". Ronald F. Stürzebecher hat die ursprünglich von Alfonso Paso verfasste Schmunzelgeschichte aktuell bearbeitet, so dass eine pointenreiche Variante des ewigen Themas "Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe vor dem Altern" erwartet werden darf.

Im November wird es musikalisch. Nils Jacobi, eben noch als Paul Bratter schuhlos im Park, interpretiert Lieblingslieder des Chansonniers Jacques Brel. Ganz im Zeichen seines belgischen Vorbilds soll ein szenischer Abend nicht ohne einen Schuss Dramatik entstehen, der unter dem Titel "Eine Nacht im Olymp" in deutscher Sprache vorgetragen wird.

Ebenso passend zur dunkelen Jahreszeit stehen auch wieder kriminalistische Stücke auf dem Programm. Zunächst wird "Das Testament des Earl Grey" am 5. Dezember eröffnet. Schauplatz hierfür ist natürlich ein altes und selbstverständlich abgelegenes Schloss, in dem die geldgierige Verwandtschaft zunächst eine gewisse Zeit gemeinsam verbringen soll, ehe es an die Besitzverteilung geht. Mysteriöse Todesfälle minimieren die Liste der Erbberechtigten und vergrößern den jeweiligen Anteil. Und das Publikum darf miträtseln, wer wohl der Mörder ist.

Bereits wenige Tage später (13. Dezember) wird "Eine Leiche zum Kaffee" serviert. Liest man die Unterzeile, die "Wenn Torten töten könnten" lautet, ahnt man: Es handelt sich um eine Krimiparodie. Und ehe dann im neuen Jahr mit dem Boulevard-Hit "Bleib doch zum Frühstück" der unterhaltsame Reigen am 10. Januar fortgesetzt wird, gibt Tanja Haller am Silvesterabend einen Liederabend. Frisch, frivol, besinnlich und mitsingkompatibel reicht ihr Repertoire von Kompositionen Friedrich Hollaenders bis zu Cole Porter oder Stücken, die ursprünglich für Hildegard Knef oder Edith Piaf geschrieben wurden. Übrigens: Alt-Star Claus Wilcke ist in dieser Saison in keiner Mettmanner Inszenierung zu erleben. Einzig in "Dracula" ist er in der Kammerspielchen-Dependance Solingen mit von der Partie.

(RP)